
7 verpasste Chancen im Weihnachtsgeschäft
Das Weihnachtsgeschäft ist nicht nur die umsatzstärkste Zeit des Jahres, sondern auch die teuerste. Trotzdem wird Programmatic Display falsch genutzt und damit Budget verschwendet, schreibt Ex-Zalando-Manager Lothar Krause, Vice President of Sales bei Sociomantic Labs, in einem Gastbeitrag für etailment.
David WöllensteinRedakteurMarketer schätzen an Programmatic Display besonders die verbesserte Performance und Effizienz. Das ermöglichen RTB-Technologien, die den Kauf von Impressions zu einem optimalen Cost per Order (CPO) erlauben. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist dynamische Personalisierung auf Basis von CRM-Streaming und Retargeting-Technologien, wie die Ergebnisse einer Konsumentenumfrage zeigen.
Infografik zur Studie
Insgesamt gaben 70 Prozent der Befragten an, dass sie offen sind für targeted Ads und personalisierten Content. Kein Wunder, dass Personalisierung und Targeting zwei der wichtigsten Marketingbereiche der nächsten drei Jahre sein werden, wie eine eMarketer Studie bestätigt.
Umso überraschender ist es, dass viele Marketer das Potenzial von Programmatic Display nicht nutzen. Das Ergebnis sind verschwendete Budgets und frustrierte Kunden in der teuersten und wichtigsten Zeit des Jahres.
Die Gründe dafür liegen in 7 Bereichen:
Cross-Device Marketing: Retailer schätzen, dass dieses Jahr mehr als doppelt so viele Weihnachtsgeschenke über mobile Endgeräte eingekauft werden als letztes Jahr. In Deutschland steigt der Anteil von M-Commerce um ganze 68 Prozent. Die meisten Display Ads basieren jedoch auf Flash-Technologie, weshalb sie Nutzer auf mobilen Endgeräten nur eingeschränkt erreichen – auf Apples iPhone, iPad und iOS gar nicht. Wer seine User über alle Geräte, Hersteller, Plattformen, Bildschirmgrößen und Betriebssysteme hinweg ansprechen will, muss auf HTML5 umsteigen.
Smart Data statt Big Data: Im Weihnachtsgeschäft wird der Big Data Hype besonders gepusht. Während alle über Big Data reden, denkt jedoch niemand an die Daten, die Online Retailer bereits haben. CRM- oder andere First-Party-Daten sind alles, was eine gute Programmatic Display Strategie braucht. Obwohl sie im Vergleich zu Big Data wertvoller und einfacher zu erschließen sind, bleiben sie oft ungenutztes Potenzial.
Priority Scoring: So, wie Display Ads für jeden einzelnen User personalisiert werden, müssen Marketer sie auch für die Besonderheiten ihres Onlineshops individuell optimieren. Priorisierungstechnologien helfen, Produkte oder ganze Produktkategorien anhand von Margen, Lagerbeständen oder Aktionsangeboten zu gewichten, um Absätze zu steuern und Budgets effizienter zu nutzen.
Schutz der eigenen Marke: Banner Burnout ist nach wie vor ein verbreitetes Phänomen. Ohne Frequency Caps werden aus Display Ads nervraubende Dauerverfolger und Shopping-Frust. Erst recht, wenn der User bereits gekauft hat. Für Retailer, die ihre Aktionen oder Angebote zur Weihnachtszeit agressiver pushen möchten, ist der Schutz ihrer Marke umso wichtiger. Personalisierung ist ein zweischneidiges Schwert und kann ohne die richtigen Tools der User Experience mehr schaden als nutzen.
Strategie: Viele Marketer verlassen sich auf ihren Instinkt, wenn sie ihre Kampagnen über self-service Plattformen optimieren. Eine effiziente Strategie benötigt aber mehr als nur einen Ziel-CPO. Kampagnen-Splitting, ROI, Priority Scores, Empfehlungsalgorithmen, Frequency Caps – die besten Kampagnen werden von Maschinen gemacht, aber von Menschen optimiert. Besonders im wettbewerbsintensiven Weihnachtsgeschäft ist Expertise und Erfahrung bei der Kampagnenoptimierung gefragt.
Transparenz: Online Marketer wissen RTB besonders für seine Effizienz zu schätzen. Trotzdem lassen sie sich allzuoft von intransparenten Preismodellen und undurchsichtigen Margen täuschen. Um die volle Kontrolle über ihr Budget für das Weihnachtsgeschäft zu haben, sollten Marketer nur auf transparente Preismodelle mit voller Einsicht in alle Media Kosten und Gebühren vertrauen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Anbieter nicht die Kampagnen seiner Kunden, sondern seine eigene Marge optimiert.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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