
Durchbruch bei Tarifverhandlungen
Im Tarifkonflikt des deutschen Einzelhandels ist der Durchbruch geschafft. Der Abschluss in Nordrhein-Westfalen könnte Vorbild für alle anderen Tarifbezirke sein.
David WöllensteinRedakteurAußerdem sei für 2010 eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro vorgesehen. Weitere 150 Euro (Auszubildende 75 Euro) stehen den Beschäftigten für das Jahr 2011 im Rahmen eines separat vereinbarten Tarifvertrags als "nicht tabellenwirksame Vorsorgeleistung" zu. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten.
NRW-Abschluss mit Pilotfunktion
Die beiden Arbeitgeberverbände sehen "die Möglichkeit, dass dieser Tarifabschluss Pilotfunktion für die Branche hat". Der Kompromiss in Nordrhein-Westfalen sei Ergebnis einer "schwierigen Gratwanderung zwischen Einkommensperspektive und verantwortbarer Kostenbelastung", erklärte der Vorsitzende des gemeinsamen Tarifpolitischen Ausschusses von HDE und BAG, Rainer Marschaus.
"Unser Hauptziel war eine spürbare Anhebung der Reallöhne. Dies ist mit Blick auf die Preissteigerungsraten gelungen", sagte ihrerseits die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane am Donnerstag in Berlin. Gleichzeitig seien betriebliche Öffnungsklauseln verhindert worden, die den Arbeitgebern eine Aufschiebung der Tarifsteigerung ermöglicht hätten.
Die Gewerkschaft Verdi hatte in den Verhandlungen im NRW-Einzelhandel ursprünglich 6,5 Prozent, mindestens aber 135 Euro mehr Geld verlangt.
dpa / DH

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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