
Lidl will gesünder werden
Nachdem Greenpeace die Bekleidung von Discountern kritisiert hat, handelt nun Lidl: Der Discounter will künftig bei Produkten der Eigenmarken auf gesundheitsgefährdende Chemikalien verzichten.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentAuch andere Händler ziehen mit
Lidl hatte schlecht abgeschnitten, als Greenpeace kürzlich Kinderkleidung und Kinderschuhe verschiedener Discounter auf gefährliche Chemikalien getestet hatte. Bei dem Test wurden die höchsten Schadstoffkonzentrationen laut Greenpeace in Schuhen gefunden. In allen der elf getesteten Kinderschuhen, überwiegend Plastiksandalen oder Clogs, wiesen die Labortests Schadstoffe wie Dimethylformamid, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder 2-Phenyl-2-propanol nach.
Laut Greenpeace haben sich 21 international führende Modeunternehmen sowie sechs italienische Zulieferer gegenüber der Umweltschutzorganisation verpflichtet, ihre Produktion bis 2020 zu entgiften. Namen nennt Greenpeace nicht.
In einem Discounter-Einkaufsratgeber attestierten die Umweltschützer Lidl auch Schwächen bei Rohstoffeinsatz, Wiederverwertbarkeit der Textilien und Sozialstandards in der Fertigung. Laut Greenpeace erwirtschaftet das in Neckarsulm ansässige Unternehmen allein mit dem Kleidungsgeschäft einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
Alle Beiträge