
Geschäftsklima, Platform Group, Erwerbstätige, Delivery Hero, Rohlik, Booking, Shein, Temu, Instagram, Barrierefreiheit
Aktuelle E-Commerce-News: Geschäftsklima, Platform Group, Erwerbstätige, Delivery Hero, Rohlik, Booking, Shein, Temu und weitere Themen im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Geschäftsklima verdüstert sich auch im Einzelhandel
Das Ifo-Geschäftsklima im Einzelhandel verschlechterte sich im Juni auf minus 19,5 Punkte, nach minus 13,3 Punkten im Mai. Die Einzelhändler aller Branchen bewerteten ihre Geschäftslage negativer, besonders stark in den Bereichen Bau- und Heimwerkermärkte, Bekleidung und Fahrräder. Trotz steigender Einkommen sind die Verbraucher zurückhaltend, es bleibe aber zu hoffen, dass der private Konsum in der zweiten Jahreshälfte wieder anziehe, so Ifo-Experte Höppner.
The Platform Group: Anleihe schon überzeichnet
The Platform Group hat die Zeichnungsfrist für ihre Unternehmensanleihe vorzeitig beendet, da das Zielvolumen von 25 Mio. Euro bereits nach einem Tag erreicht wurde, berichtet Textilwirtschaft.de. Statt am 3. Juli endet die Zeichnungsfrist bereits heute. Der E-Commerce-Konzern erwartet für 2024 ein Brutto-Warenvolumen von 840 bis 870 Mio. Euro und für 2025 rechnet er mit 1,1 Mrd. Euro.
Erwerbstätigkeit steigt leicht
Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist im Mai auf 45,9 Mio. gestiegen, das sind 20.000 Personen mehr als im April. Der Anstieg ist so gering, dass das Statistische Bundesamt ihn mit 0,0 Prozent angibt. Im Vergleich zum Vorjahr sind 119.000 Personen mehr in Arbeit, was immerhin einem Plus von 0,3 Prozent entspricht.
Delivery Hero versteckt offenbar 2,3 Mrd. Verlust
Delivery Hero präsentiert sich mit kreativen Kennzahlen wie Bruttowarenvolumen, „Total Segment Revenue“ und bereinigtem Ebitda als profitabel. Der tatsächliche Jahresverlust 2023 liege aber bei 2,3 Mrd. Euro, wenn man sich den Geschäftsbericht genau ansehe, berichtet Wiwo.de. Das sei zwar eine Verbesserung um 23 Prozent gegenüber 2022 und auch der Umsatz sei um 16 Prozent gestiegen, aber eine deutliche Verlangsamung des Wachstums sei erkennbar.
Rohlik erhält 170 Mio. Dollar Wachstumskapital
Die tschechische Rohlik Group, Muttergesellschaft des deutschen Online-Supermarktes Knuspr, erhält 170 Mio. Dollar Wachstumskapital von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, der Europäischen Investitionsbank und anderen Investoren. Laut Pressemitteilung plant das Unternehmen, bis 2030 in 15 weitere Städte der DACH- und CEE-Region zu expandieren. Mit einer Million monatlichen Bestellungen und mehr als 800.000 Kunden ist das Unternehmen in Tschechien, Ungarn und München bereits profitabel.
EM 2024
EM: Nachfrage nach Trikots wächst 694 Prozent
In Deutschland ist die Nachfrage nach Fußballtrikots laut einer Auswertung von Billiger.de seit dem ersten Anpfiff des Turniers um 694 Prozent gestiegen. Erwartungsgemäß verkauft sich das deutsche Outfit im eigenen Land am besten, vor allem bei den Nachwuchskickern. Aber auch die passenden Schuhe legten um 123 Prozent zu, hier belegt der Nike Mercurial Superfly 9, der auch die Füße von Cristiano Ronaldo und Kylian Mbappé ziert, den ersten Platz.
HANDEL INTERNATIONAL
Booking droht Europa zu verlassen
Während einer Konferenz in den Niederlanden hat der CEO von Booking, Glenn Fogel, die neuen EU-Regeln scharf kritisiert, die es Hotels erlauben, auf ihren eigenen Webseiten niedrigere Preise anzubieten als auf Booking. Dies sei ein Wettbewerbsnachteil gegenüber nicht-europäischen Plattformen und deswegen werde erwägt, das Europa-Geschäft ganz einzustellen, berichtet Money-Tourism.gr. Booking ist der erste europäische „Online-Gatekeeper“ unter dem DMA; eine geplante Übernahme der schwedischen Etraveli-Gruppe im Wert von 1,63 Mrd. Euro wird momentan von der EU-Kommission blockiert.
EU will mehr Informationen von Shein und Temu
Die EU-Kommission fordert von den Online-Händlern Shein und Temu mehr Informationen über ihre Verbraucherschutzmaßnahmen, meldet Deutschlandfunk.de. Das Auskunftsersuchen im Rahmen des DSA bezieht sich unter anderem auf die Meldung illegaler Produkte. Die beiden Unternehmen haben zwei Wochen Zeit zu antworten, andernfalls drohen Bußgelder.
E-Commerce global um 1,4 Prozent gewachsen
Der weltweite E-Commerce ist in den vergangenen zwölf Monaten um 1,4 Prozent gewachsen, zitiert Channelx.world einen Bericht von Similarweb. Zwar dominieren die Marktplätze mit 50 Prozent aller Besuche das Geschehen, konnten aber im Durchschnitt nur um 0,8 Prozent zulegen. Die USA bleiben mit 24 Prozent des weltweiten Traffics unangefochten die Nummer eins, Großbritannien und Deutschland konnten ihre Anteile auf 4,8 bzw. 4,5 Prozent ausbauen.
EU: Unterhaltungselektronik wächst bis 2025 um 19 Prozent
Der europäische Online-Markt für Unterhaltungselektronik wird laut einer Studie von Cross-Border Commerce Europe bis 2025 um 19 Prozent auf 107 Mrd. Euro wachsen. Gebrauchte Elektronik wird elf Prozent ausmachen, der Anteil des grenzüberschreitenden Handels soll 52 Prozent betragen. Derzeit dominiert Amazon den Markt mit einem Anteil von 18 Prozent und einem Umsatz von 16,2 Mrd. Euro.
TRENDS & TECH
Erste Instagram-Influencer können sich klonen
Instagram startet in den USA einen Test der neuen Funktion „AI Studio“, mit der Influencer KI-Versionen von sich selbst erstellen können, berichtet T3N.com. Instagram-CEO Mark Zuckerberg kündigte an, dass diese virtuellen Influencer vor allem in Direktnachrichten eingesetzt werden sollen. Ziel sei es, die Kommunikation mit den Fans zu vereinfachen, sprich: die Fanpost nicht mehr selber beantworten zu müssen. Die Antworten der KI sind mit einem Disclaimer versehen, der darauf hinweist, dass sie „Ungenauigkeiten“ enthalten können.
Neue Sicherheitslücke in KI-Systemen gefährdet den E-Commerce
Microsoft hat eine neue Sicherheitslücke namens „Skeleton Key“ in KI-Systemen entdeckt, die ethische Schutzmaßnahmen umgehen kann, berichtet Pymnts.com. Betroffen sind KI-Modelle großer Anbieter wie Meta, Google und OpenAI. Im Onlinehandel könnten Produktempfehlungen, Preisgestaltung, Lagerverwaltung, Kundendaten und vor allem Chatbots im Kundenservice manipuliert werden. Für die Nutzer der Azure AI-Dienste hat Microsoft standardmäßig zusätzliche Schutzmaßnahmen aktiviert. Es wird empfohlen, die restriktivste Schwelle einzustellen.
Temu-App als „gefährliche Malware“ eingestuft
Der Generalstaatsanwalt von Arkansas, Tim Griffin, hat Klage gegen den Online-Händler Temu und dessen Mutterkonzern PDD Holdings wegen betrügerischer Praktiken und Datenschutzverletzungen eingereicht, berichtet Tarnkappe.info. Griffin behauptet, Temu sei eine gefährliche Malware, die unerlaubt auf Nutzerdaten zugreife und möglicherweise für die chinesische Regierung spioniere. Die Klage stützt sich auf Untersuchungen von Grizzly Research und verweist auch auf frühere Sperrungen der App durch Google und Apple. Temu weist die Vorwürfe als haltlos zurück.
Beinahe alle europäischen Websites sind nicht barrierefrei
Mehr als 90 Prozent der europäischen Websites sind für Menschen mit Behinderungen schwer zugänglich, zitiert Fashionunited.de eine Studie der belgischen Digitalberatung Craftzing. Hauptprobleme sind unzureichende Farbkontraste sowie fehlende Alternativtexte für Links und Bilder. Die nordischen Länder, Österreich, die Niederlande und Deutschland schneiden im Vergleich am wenigsten schlecht ab, die süd- und osteuropäischen Länder am meisten. Ab Juni 2025 tritt der European Accessibility Act in Kraft, der die Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen vorschreibt.
NACHHALTIGKEIT
Handel mit Secondhand-Kleidung erreicht 9,3 Mrd.
EuroLaut einer Studie der UN-Wirtschaftskommission für Europa hat der internationale Handel mit Second-Hand-Kleidung im Jahr 2021 ein Volumen von 9,3 Mrd. Dollar erreicht. Wie Fashionunited.de berichtet, sind die EU, China und die USA die größten Exporteure, während Pakistan, die Ukraine, Kenia und Chile die wichtigsten Importeure sind. Weltweit werden immer noch 73 Prozent der Altkleider als Hausmüll entsorgt, verbrannt oder deponiert. Die Studie kritisiert auch die Zunahme illegaler Textildeponien in Entwicklungsländern, die auf die schlechte Qualität der angelieferten Altkleider zurückzuführen ist.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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