Relaunch bei Zalando: Für bessere Conversion ab in die Mitte

Relaunch bei Zalando: Für bessere Conversion ab in die Mitte

Ab in die Mitte: auf den Produktseiten von Zalando prangt der Artikel nun groß in der Mitte der Seite. Die runderneuerte Artikeldetailseite verbannt die zig Größen-Kästen in einen Button, bietet auch insgesamt ein aufgeräumteres Layout. Filip Dames, Chief Experience Manager bei Zalando, erklärt im Interview mit etailment, warum der neue Ansatz mehr der DNA als Mode-Anbieter entspricht.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Mehr Glamour, mehr Stil –darauf baut Zalando schon mit dem neuen TV-Spot „Fashion Control“. Da darf, erst recht nach dem gelungenen Relaunch der Hauptseite, auch die Artikeldetailseite nicht mehr wie aus der Ideenwelt der Jahrtausendwende aussehen. So sieht nämlich - siehe FashionID - gefühlt jeder Webshop aus, der sich zum Zalando-Konkurrenten stilisiert.

Also hieß es. Mehr Fokus auf die Bilder, klarere Call-to-Action Buttons, gebündelte Elemente. Man kennt das Bekenntnis zur aufgeräumten Optik beispielweise ähnlich auch von Zappos. Das Ziel solcher Aufräumarbeiten: Einfachere Orientierung bietet, damit der Kunde schneller zum Klick kommt und das Produkt besser wirken lassen. Einkaufserlebnis - sie wissen schon

Die Klarheit im neuen Produkt-Auftritt von Zalando, unter anderem durch eine Karussell-Funktion bei den Bildern, sie ist aber auch der Produktdarstellung auf mobilen Endgeräten geschuldet. Immerhin kam schon Ende 2012 etwa jeder zehnte Euro bei Zalando über Mobilgeräte in die Kasse.

Wir befragten Filip Dames, Chief Experience Manager bei Zalando, zur neuen Optik.

Was war der Kerngedanke bei der Umstellung?

Filip Dames: Seit letztem Jahr sind wir mit Zalando in 14 Ländern vertreten. Nach den internationalen Roll-outs und dem Relaunch des Shops Ende letzten Jahres werden wir in den nächsten Monaten eine Reihe von Verbesserungen unserer User Experience auf den Weg bringen – hier spielt natürlich auch die Produktdetailseite eine wichtige Rolle.

Unser Anspruch war, eine Produktdarstellung zu entwickeln, die zum einen – auch auf mobilen Endgeräten - für den Kunden einfach und übersichtlich gestaltet ist und zum anderen unserer „DNA“ als Modeanbieter entspricht.

20 Versionen, Labortests, A/B-Tests. Warum solch ein großer Aufwand und an welchen Stellen hat das Kundenverhalten gezeigt, dass sich die Mühe lohnt?

Dames: Die Mühe lohnt sich immer, denn die Artikelseite ist eines der Kernelemente unserer Shops. Aus Erfahrung wissen wir, dass kleine Unterschiede auf der Seite große Auswirkungen zeigen können und investieren entsprechend viel Aufwand in Research und Testing, sei es durch A/B-Tests oder Studien in unserem in-house Usability Lab.

Gab es Elemente von denen Sie sich schweren Herzens getrennt haben?

Dames: Die Funktionen auf der Produktdetailseite bleiben im Wesentlichen erhalten – die Struktur und Elementanordnung wurde grundlegend überarbeitet. Das Produktbild wird zentrales Element des Seitenaufbaus, CTAs sind thematisch gruppiert und fokussierter. Zusätzlich testen wir auf einigen Produktdetailseiten Technologien, um unsere Kunden bei Ihrer Kaufentscheidung bestmöglich unterstützen, zum Beispiel rund um das Thema Größenempfehlung.

Welche Auswirkungen auf die Konversionsrate erwarten Sie?

Dames: Bereits in der Testphase konnten wir einen positiven Effekt auf unsere Conversion Rate feststellen. Natürlich war dies nicht das einzige Ziel der Änderung, vielmehr wollten wir eine Produktdarstellung schaffen, die Mode für unsere Kunden noch „erlebbarer“ macht.

Wie lange wird die jetzige Version Bestand haben?

Dames: Es lässt sich schwer abschätzen, wie lange diese Version halten wird. Wir arbeiten immer an Neuerungen. Und wenn wir Verbesserungsmöglichkeiten sehen, dann setzen wir diese auch um. In der nächsten Zeit wird zum Beispiel der Bereich der Produktbewertungen noch einmal überarbeitet und mit neuen Funktionen versehen. Erfahrungen anderer Nutzer sind sehr wertvoll für unsere Kunden und tragen positiv zur Kaufentscheidung bei. Zusätzlich arbeiten wir an einigen spannenden Projekten, die unseren Kunden nicht nur die Auswahl aus unserem breiten Sortiment erleichtern soll, sondern auch die passende Inspiration für neue Trends bietet.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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