ProSiebenSat.1 baut am digitalen Imperium

ProSiebenSat.1 baut am digitalen Imperium

Ventures, Inkubatoren, Media-for-Equitiy, Media-for-Revenue - ProSiebenSat.1 züchtet nicht nur neue Werbekunden heran, sondern befeurt auch den eigenen E-Commerce-Zug. Mit der Präsentation seiner Geschäftszahlen lieferte die Sendergruppe nicht nur den Namen und das Führungsteam für den eigenen Start-up Inkubator, beeindruckende Zahlen für das digitale Segment, sondern zeigt auch wie schnell Start-ups ausgebrütet werden können. Und die Sendergruppe will noch mehr.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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E-Commerce im Blick: P7S1-Manager Christian Wegner (Foto: ProSiebenSat.1)

Ventures, Inkubatoren, Media-for-Equitiy, Media-for-Revenue - ProSiebenSat.1 züchtet nicht nur neue Werbekunden heran, sondern befeurt auch den eigenen E-Commerce-Zug.


Mit der Präsentation seiner Geschäftszahlen lieferte die Sendergruppe nicht nur den Namen und das Führungsteam für den eigenen Start-up Inkubator, beeindruckende Zahlen für das digitale Segment, sondern zeigt auch wie schnell Start-ups ausgebrütet werden können. Und die Sendergruppe will noch mehr.

Epic Companies heißt also der neue Inkubator. Unter der Leitung von Mato Peric, zuvor Top-Manager bei Rocket Internet, soll der Brutplatz eine "einzigartige Kombination aus substanzieller Anschubfinanzierung, Medialeistung in Form von TV-Werbung und versierter Gründungsexpertise" vereinen. Drei bis fünf neue Start-ups sollen mit Millionenunterstützung pro Jahr in dem Inkubator auf die Bahn gebracht werden.

Mit an Bord sind der einstige McKinsey-Berater und Rocket Internet-Manager Uli Erxleben, Finanzexperte Rocket Internet sowie McKinsey-Mann Adrian Frenzel. Das Quartett wird auch in der Unternehmenspräsentation (pdf) prominent vorgestellt.

Über 50 Beteiligungen im Venture-Bereich

Das Segment "Digital & Adjacent" war unter P7S1-Manager Christian Wegner im Geschäftsjahr 2012 stärkster Wachstumstreiber der ProSiebenSat.1 Group. Die externen Umsatzerlöse stiegen um 38,1 Prozent bzw. 96,8 Mio Euro auf 351,2 Mio Euro (Vorjahr: 254,4 Mio Euro).

Das Ventures-Geschäft, mit dem die Gruppe Start-ups Werbezeiten für eine Umsatz- und/oder Unternehmensbeteiligung bereitstellt, lieferte 2012 den größten Wachstumsbeitrag im diesem Segment. Seit 2010 hat die ProSiebenSat.1 Group auf diese Weise ein Ventures-Portfolio mit über 50 Partnerschaften inklusive strategischer Beteiligungen aufgebaut.

Da geht es nicht nur um kurzfristige Denke. Beteiligungen (über SevenVentures) wie an der Fashion-Plattformen Stylight (Ziel Mehrheitsbeteiligung, derzeit 22,1 %) und Outstore (Ziel bis zu 100%, derzeit 19.9%) sowie an der Online-Parfümerie Flaconi (derzeit 13,6 %) erfolgen durchaus auch unter stratregischen Gesichtspunkten.

Quelle: Company Presentation ProSiebenSat.1

Wichtiger Fokus - auch für den neuen Inkubator Epic - ist E-Commerce.

Bewertungsfaktoren

Dabei orientiert sich die Sendergruppe vor einem Einstieg vor allem an folgenden Faktoren:

• Market size
• High growth
• Profitable and scalable
• Low online penetration
• Low consolidation level

Das Projekt passt aber erst endgültig zum Hause, wenn es folgende Kriterien erfüllt:

• Strong benefits from TV media
• Close fit with P7S1 audience
• Low risk business model
• Compatibility with SevenOne Media
• Fitting P7S1 capabilities

Als Beispiel wie schnell ein Inkubator ein Projekt aufbauen kann, listet der Geschäftsbericht Gymondo auf. Das Fitnessportral mit Lehrvideos und reichlich Features für Statistik-Fans wurde in zehn Wochen in den Markt gehievt. Das Projekt des ehemaligen Springstar-Geschäftsführers Magnus Resch zeigt auch Dank ProSiebenSat.1 Muskeln. Natürlich auch im TV.

Ein wenig schmückt sich ProSiebenSat.1 da aber mit gedopten Federn. Gymondo, das im Bericht als erstes Inkubator-Projekt vorgestellt wird, ist simpel kopierbar und ein echtes Fitness-Studio ist kaum teurer als die virtuelle Mucki-Bude. Da wird P7S1 noch mehr stemmen müssen.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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