Wo bleibt das Zalando für die Gartenfreunde?

Wo bleibt das Zalando für die Gartenfreunde?

Der Frühling kommt. Ganz sicher. Dann wird es Zeit für den Garten. Blumen pflanzen, Gartenschaufeln, Gartenmöbel kaufen. Mit 2,1 Prozent Anteil am Gesamtumsatz ist der Onlinehandel im Bereich DIY & Garten aber noch ein kümmerliches Pflänzchen. Das gilt erst recht für das gesamte Sortiment rund um den grünen Daumen. Zudem ist der Markt geradezu atomisiert. Es fehlt der Magnet. Es fehlt das Zalando für den Garten. Bis jetzt.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Zudem ist der Markt geradezu atomisiert. Es fehlt der Magnet. Es fehlt das Zalando für den Garten. Bis jetzt.

Es war Ende der 90er Jahre als erste Handelsketten vom E-Commerce träumten und Gartenschäufelchen im Netz, das damals noch Cyberspace hieß, verkaufen wollten. Die erste digitale Saat wurde bald wieder welk.

Das Geschäft machen heute in der Regel Mittelständler, darunter viele Spezialisten wie die Versand-Gärtnerei Rühlemann's, die sich auf Teil-Sortimente beschränken, Medienableger-Shops wie "Mein schöner Garten" und Baumarktketten wie Hornbach, die aber nur zum Teil online verkaufen und gerne auf Click & Collect setzen.

Auf dem Markt ist also noch Platz für den Big Player, der den Gartenfreunden auf einer Plattform Pflanzen, Dünger, Samen, Gartengeräte und Möbel bietet - und noch dazu als Pure Player so etwas wie grüne Kompetenz ausstrahlt.

Könnte sich lohnen. Immerhin beträgt das geschätzte Marktvolumen des Segments "Garten" rund 18 Mrd. Euro. Da ließe sich also online durchaus online mehr umsetzen, auch wenn der E-Commerce in diesem Segment wohl noch mehr unter dem Problem fehlender Haptik und Anschauung leidet als E-Food.

Tengelmann, ohnehin eine der innovations-orientierteren und experimentierfreudigeren Handelsketten, schnuppert da jedenfalls Frühlingsluft.

Die Tochter Plus Online startet nun mit GartenXXL einen neuen Online-Shop auf der E-Commerce-Plattform "plus eStores". Der Garten-Shop blüht gleich voll auf: Geräte, Möbel, Pflanzen, Zubehör. Zum Frühlingsbeginn umfasst das Sortiment rund 10.000 Artikel und wird vom Start weg mit einem Magazin begleitet. Ab einem Bestellwert von 20 Euro erfolgen die Lieferungen versandkostenfrei.

Die 90er Jahrer sind schließlich lange vorbei. Jetzt könnte es was werden mit den Begonien und Gartenschäufelchen. "Wir erwarten einen Online-Anteil am Gesamtumsatz der Branche von circa zehn Prozent in vier Jahren", sagt Bastian Siebers, Geschäftsführer Plus Online.

In einigen Bereichen ist das Sortiment aber noch dünn gesät. Beispiel Kräuterpflanzen. Da fristet eine einsame Primel ihr Dasein. Da bieten Spezialisten wie Rühlemanns mehr. Habichtskraut beispielsweise. Das magische Kraut soll gute Laune machen. Aber die kommt mit dem Frühling ja ohnehin.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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