Content Creator filmt DIY-Wandgestaltung für Social-Media-Marketing im Handel
© Higgsfield / Soul

4 Beispiele für Content Marketing mit Glitzer

Content-Marketing, da geht es für viele Marketer und Onlinehändler immer noch darum, viel Klickibunti und schick gedrechselte Texte zu produzieren, die den Kunden vermeintlich interessieren, vor allem aber gut zum Sortiment und zum eigenen Markenbild passen. Doch es geht auch anders.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Kanal für die Mütter

Spannend ist der Ansatz der britischen Handelskette Asda bei YouTube. Asda sparte sich den Gedanken an einen eigenen Asda-Shopping-Kanal auf der Video-Plattform mit den üblichen Werbevideos und Hinter-den-Kulissen-Promos und platzierte dort stattdessen einen Kanal namens „Mum’s Eye View“.

Der wird zwar von Asda präsentiert, im Fokus stehen aber gut gelaunte und sympathische YouTube-Celebrities, die Inhalte passend zur Zielgruppe liefern. Asda zeigt sich dort sogar nur mit einem kleinem Logo, kann aber wird von den Produzenten trotzdem profitieren: Von deren Image und natürlich führen die Links zu Rezepten oder Beauty-Produkten in der Videobeschreibung zu Asda. Die Zugriffszahlen auf die Videos sind teilweise sechsstellig. Wichtig: Content muss das Image der Marke nicht transportieren, sondern reflektieren.

Glitzernder Mehrwert

Verkaufen ist ja nicht allzu schwer. Aber gute Content-Ideen, mit denen man seinen Kunden einen Nutzwert bietet, sie auch jenseits des Shopping-Impuls anregt, die Seite wieder zu besuchen, das ist harte Arbeit. Das lohnt sich, weil man Stammkunden ansprechen kann, weil man die Gelder für Keywords bei Google sparen kann. Und deshalb sollte man sich auch ganz viel Mühe geben, nach Ideen zu suchen, die die Kunden auch aktivieren. Glossybox hat da ganz praktisch gedacht und geht im neuen Online-Magazin mit Bastelideen für seine Beauty-Box ins Rennen. Das erzeugt nebenbei auch noch Mehrwert für die Box. Das ist quasi Content Marketing mit Glitzer. Lifestyle-Storys gibt’s ja mittlerweile in jedem digitalen Bauchladen. Wichtig: Content Marketing braucht unique Inhalte die begeistern.

Das ganze Leben ist ein Quiz

Gamification wird immer noch viel zu selten genutzt, wenn es um Content geht. Dabei kann man Kunden kaum mehr und besser auf der Seite halten, als mit einem unterhaltsamen Quiz. Die munteren Psycho-Tests ala „Welche Stadt bist Du? “sind nicht nur bei Buzzfeed ein Hit, sondern können auch im Webshop unterhalten. Sie werden dazu sicher noch intensiver genutzt als weit verbreitete Frage-Formulare und Standard-Mafo-Templates. Daten über den Kunden liefern sie so wie im Beauty-Quiz bei Birchbox („Find Your Face Mask Soul Mate in One Minute“) aber auch. Das Quiz endete natürlich mit einer Produktempfehlung. Konversionsrate: rund 3 Prozent. Im Web gibt es eine Reihe von Anbietern, die bei der Erstellung solcher Spielereien die technische Vorleistung liefern. Birchbox machte das Quiz mit Interact. Hierzulande ist Interactive Creator von Contilla ein Modell, das bereits mit etlichen Händlern und Medien im Geschäft ist. Wichtig: Das Quiz soll dem Kunden Spaß machen, nicht ihrer Mafo-Abteilung.

Welches Format und welchen Kanal Content-Marketing aber auch nutzt, es sollte:
  • Authentisch sein
  • Auf Augenhöhe agieren
  • Mehrwert (Nutzwert) bieten
  • Individuell, unique und zielgenau sein
  • Begeistern und emotional ansprechen

Denn, denken Sie daran, der Gegner im Wettbewerb um Aufmerksamkeit für ihren Content ist nicht nur der Online-Blog des Wettbewerbers, sondern auch das Quiz bei Buzzfeed und das lustige Video bei heftig.co.

Pures Design

Keine Ideen? Es geht auch ganz anders. Wenn nämlich alle auf Content und Gedöns setzen, liegt in inspirierender Ruhe womöglich die Kraft. Vielleicht wird das der Trend nächste Trend: Keine Ablenkung mehr. Kein Blabla. Der Webshop Kuler kommt mit einem ganz und gar puristischen Design daher. Da kann das schicke Produkt für sich wirken. Spartanisch ist auch die Navigation: Die Auswahl in dem Affiliate-Shop erfolgt allein nach der Farbe. Wichtig: Wer dem Weg der Herde folgt, geht in der Herde unter.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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