
Afreshed + Etepetete, Otto + Gigacloud, Airbnb, B-Parts, Instagram, Wero, Inflation, KI-Shopping, KI-Marketing, KI als Boss
Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
David WöllensteinRedakteurHANDEL NATIONAL
Afreshed übernimmt Etepetete
Der österreichische Bio-Lieferdienst Afreshed übernimmt den Wettbewerber Etepetete und steigt damit in den deutschen Markt ein, wie das Unternehmen heute mitteilt. Die dort 2014 gegründete Marke Etepetete bleibe erhalten, die operative Steuerung wandere jedoch nach Wien. Afreshed plane, seine eigene Lieferflotte mit Mehrweg-Kreislauf schrittweise von Süddeutschland aus aufzubauen – ein Modell, das in Österreich bereits den Break-even erreicht habe.
Otto erweitert Marktplatz-Sortiment mit Gigacloud
Otto und der B2B-Spezialist Gigacloud bauen gemeinsam das Sortiment auf Ottos europäischem Marktplatz aus, berichtet Digitalcommerce360.com. Gigacloud werde ausgewählte Verkäufer – vor allem Möbelmarken und Zulieferer aus Asien – an die Otto-Plattform heranführen. Für Otto füge sich der Schritt in den laufenden Ausbau des eigenen Marktplatzes, um im Wettbewerb mit europäischen und globalen Konkurrenten die Sortimentstiefe zu erweitern.
Einzelhandel schrumpft, Online-Handel wächst weiter
Der deutsche Einzelhandel verzeichnete im Februar 0,6 Prozent weniger Umsatz als im Vormonat, berichtet das Statistische Bundesamt. Damit setze sich der Abwärtstrend fort, schon im Januar sei der Umsatz nach revidierten Zahlen real um 1,1 Prozent gesunken. Besonders der Lebensmittelhandel habe mit einem realen Minus von 1,4 Prozent Federn gelassen. Gegen den Strom schwimme der Internet- und Versandhandel: Er habe 0,6 Prozent zum Vormonat zugelegt und liege 2,2 Prozent über dem Vorjahresniveau.
HANDEL INTERNATIONAL
Airbnb schickt jetzt auch den Fahrer zum Flughafen
Airbnb startet in Kooperation mit „Welcome Pickups“ einen privaten Abholservice in 125 Städten, berichtet Techcrunch.com. Der Fahrdienst lasse sich nach einer Unterkunftsbuchung direkt über die App reservieren. Die Pilotphase in Europa und Asien habe eine Durchschnittsbewertung von 4,96 erzielt. Die Plattform baue damit ihr Dienstleistungs-Angebot weiter aus: Köche, Massagen und Lebensmittellieferung per Instacart (USA) seien bereits über die App zu buchen.
Portugals größter Online-Händler für gebrauchte Autoteile, B-Parts, integriert Klarna als Zahlungsoption, meldet Klarna. Kunden könnten Ersatzteile künftig zinsfrei in drei Raten bezahlen. Das 2015 gegründete Unternehmen gehöre zu Stellantis und verkaufe gebrauchte sowie originale Autoteile mit Garantie.
Meta testet in mehreren Ländern ein kostenpflichtiges Instagram-Abo namens „Instagram Plus“, berichtet Heise.de. Für Preise zwischen 0,90 und 1,90 Euro im Monat erhielten Nutzer unter anderem die Möglichkeit, anonym fremde Stories anzusehen, die eigene Aufrufzahlen zu checken und eigene Stories 48 statt 24 Stunden sichtbar zu halten. Das Angebot ziele, anders als das teurere „Meta Verified“, auf die breite Nutzerbasis. Auch für Whatsapp und Facebook seien ähnliche Abos geplant, konkrete Tests stünden aber noch aus.
Wero plant Abo-Zahlungen und NFC im stationären Handel
Wero bereitet noch für dieses Jahr wiederkehrende Zahlungen und Abo-Unterstützung vor, berichtet Iphone-Ticker.de. Für das nächste Jahr sei kontaktloses Bezahlen per NFC im stationären Handel geplant, als Zwischenschritt dienten Zahlungen per QR-Code. Über 50 Mio. Nutzer zähle Wero europaweit, die tatsächliche Nutzung bleibe jedoch noch deutlich hinter der Verbreitung zurück.
Energiepreise treiben Eurozone-Inflation auf 2,5 Prozent
Die Inflation in der Eurozone steigt im März spürbar auf 2,5 Prozent, meldet Eurostat. Haupttreiber sei der Energiesektor, der von minus 3,1 auf plus 4,9 Prozent gedreht habe – eine Kehrtwende, die den Gesamtanstieg praktisch allein erklärt. Dienstleistungen blieben mit 3,2 Prozent Preissteigerung auf hartnäckig hohem Niveau, auch wenn die Rate leicht nachgebe. Lebensmittel lägen mit 2,4 Prozent knapp unter dem Vormonat.
TRENDS & TECHNOLOGIE
KI-Nutzer delegieren den Einkaufsbummel
48 Prozent der KI-Nutzer können sich vorstellen, die Einkaufsplanung komplett an einen KI-Agenten abzugeben, zitiert Haendlerbund.de eine Studie von Ketchum. 45 Prozent dieser Gruppe würden der Technologie sogar autonome Kaufentscheidungen zutrauen. Besonders offen zeigten sich einkommensstarke Akademiker und die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen, wo bereits ein Drittel KI regelmäßig als Einkaufshilfe nutze. Für Online-Händler verschiebe sich damit die entscheidende Frage: Nicht Klicks oder Reichweite brächten Kunden, sondern Präsenz in KI-generierten Empfehlungen.
Fast die Hälfte der befragten CIOs in B2B-Unternehmen verschiebt ihr Budget auf Kosten bestehender Software Richtung KI, zitiert Digitalcommerce360.com eine Marktanalyse von Redpoint Ventures. 54 Prozent konsolidierten bereits ihre Anbieter. Statt einzelner Speziallösungen für Produktdaten, Suche, Preisgestaltung oder Bestellabwicklung setzten B2B-Unternehmen zunehmend auf integrierte Plattformen. KI-gestützte Funktionen würden dabei schneller als klassische E-Commerce-Projekte messbare Ergebnisse erreichen.
KI im Handel: Alle machen mit, kaum einer profitiert
95 Prozent der Einzelhändler experimentieren mit KI im Marketing, doch nur fünf Prozent erzielen damit skalierbare Gewinne, so eine Studie von Voyado und Retail Economics. 71 Prozent der Befragten erwarteten, dass KI binnen zwei Jahren zum Standard werde, messbare Erträge prognostizierten allerdings nur 45 Prozent. Die Bremse sei nicht die Technik, sondern lückenhafte Dateninfrastruktur und organisatorische Trägheit: 58 Prozent der Befragten hielten fehlende Fachkompetenz für das größte Hindernis.
Jeder siebte Amerikaner würde für einen KI-Boss arbeiten
Jeder siebte US-Amerikaner würde sich von einer KI beaufsichtigen lassen, zitiert Techcrunch.com eine Umfrage der Quinnipiac-Universität. Gleichzeitig gehen 70 Prozent der Befragten davon aus, dass KI Arbeitsplätze vernichten werde; fast jeder Dritte bange um den eigenen Job. Der Trend trage bereits einen Namen: „The Great Flattening“. Unternehmen strichen Stellen im mittleren Management und ersetzten ganze Führungsebenen durch automatisierte Workflows.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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