40.000 Partner im Kampf gegen Fälschungen

40.000 Partner im Kampf gegen Fälschungen

Mit seinem Konzept der Markenwelten und dem „Autorisierte Händler Programm“ will sich der Marktplatz zum Freund der Marken machen. Dem Angebot folgen immer mehr Hersteller. Doch etliche Hersteller fordern, dass eBay auch bei Marken-Fälschungen besser ausmistet. eBay setzt dabei auf Zusammenarbeit gegen Fälschungen. Doch wie funktioniert das eigentlich? Und wie gut kommt der Marktplatz den schwarzen Schafen auf die Schliche?

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Die gute Nachricht vorweg: Schwindeleien sind bei eBay auf einem Allzeittief. In den letzten sieben Jahren wurde die Zahl der Betrugsfälle mit Markenfälschungen um 50 % gesenkt. Interne Prozesse und eine verbesserte Kontrollstruktur haben dafür gesorgt, dass Schwindler mit ihren Plagiaten in weniger gut ausgeleuchtete Ecken des Webs abgewandert sind.

Das haben auch Markenhersteller anerkannt. Beispiele: Anfang 2014 legten eBay und L'Oréal ihre andauernden Rechtsstreitigkeiten bei. L'Oréal erkannte das Engagement von eBay im Kampf gegen die Verletzung geistiger Eigentumsrechte an. Zuvor hatten sich bereits Coty und eBay auf ein kooperatives Verfahren verständigt, um gegen Markenverletzungen auf den eBay-Marktplätzen vorzugehen. Im Juli 2014 einigten sich eBay und der Beauty-Riese LVMH über eine Zusammenarbeit, die das Ziel hat, gewerbliche Schutzrechte zu schützen und Fälschungen im Onlinehandel zu bekämpfen.

Teil solcher vertrauensbildenden Maßnahmen ist das Verifiziertes Rechteinhaber-Programm (VeRI). Das VeRI-Programm unterstützt die Inhaber immaterieller Schutzrechte, wie Urheber-, Marken- und sonstiger gewerblicher Schutzrechte, beim Melden und Entfernen von Angeboten, die diese Rechte verletzen.

Teilnehmer an dem Programm können dabei schnell und vor allem unkompliziert auf rechteverletzende Angebote hinweisen und deren Entfernung verlangen. Voraussetzung für eine Entfernung ist, dass eBay von dem Rechteinhaber oder einem Vertreter auf das konkrete Angebot und die konkrete Art der Rechteverletzung aufmerksam wird. Mittlerweile verzeichnet das Programm mehr als 40.000 Teilnehmer (Auswahl).

Ein zentraler Teil des veRI-Programms ist ein Bulk-Reporting-Tool, das an das eBay-Mitgliedskonto gebunden ist. Auf diesem Wege können rechteverletzende Angebote per Mausklick direkt über die Artikelseite gemeldet werden. So lassen sich einzelne Angebote oder mehrere Angebote eines Verkäufers gleichzeitig melden.

Das Tool spart Zeit, da die möglichen Beendigungsgründe bereits vorkonfiguriert sind und sich darüber hinaus maßgeschneiderte Suchanfragen erstellen lassen, um schwarzen Schafen auf die Schliche zu kommen. Die Verkäufer erhalten zudem eine automatische Mitteilung, wenn eine Marke einen Verstoß meldet.

Dabei geht es übrigens nicht nur darum, Anbieter mit krimineller Energie zu enttarnen. Nach Erkenntnissen der eBay-Marktforschung sind sich bis zu 80 % aller Verkäufer über gewerbliche Schutzrechte oder Urheberrechte Dritter gar nicht im Klaren – und sei es auch nur, dass sie unerlaubt Produktbilder - beispielsweise eines autorisierten Händlers - nutzen.

Lesen Sie gleich: Sollen es Markenhersteller ihren Partnern erlauben, Produkte bei Amazon, eBay und Co zu verkaufen?
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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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