
Alnatura will Löhne nach oben korrigieren
Nach der öffentlichen Kritik am Lohnniveau beim Bio-Händler Alnatura, reagiert das Unternehmen. Künftig soll der Tariflohn als Untergrenze für alle Beschäftigten gelten.
Eigene Gehaltsstruktur ohne Tarifbindung
"Das Unternehmen hat sich eine Einkommensordnung gegeben, die bundesweit
einheitlich ist. Sie nimmt für die jeweilige Einkommenshöhe Bezug auf den Verantwortungsbereich eines Mitarbeiters, auf die Qualifikation und auf die Leistung", heißt es in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung.
Engagierte Mitarbeiter könnten rasch verantwortlich mitgestalten und hätten damit auch wesentlichen Einfluss auf ihre Einkommensentwicklung. Die im "taz"-Bericht angeführte Mitarbeiterin sei noch nicht lange bei Alnatura beschäftigt, aufgrund ihres Lebensalters ergebe sich jedoch eine relativ hohe Tarifeinstufung, woraus sich die Abweichung zum Tariflohn erkläre. Alnatura ist nicht tarifgebunden.
90 Prozent der Mitarbeiter erhalten Tarifniveau oder mehr
Bislang orientiere sich die Einkommensordnung an Eckpunkten des Tarifsystems, würde diese aber nicht in jedem Detail spiegeln. Für mehr als 90 Prozent der Alnatura-Mitarbeiter ergebe sich ein Lohn, der dem Tarifniveau entspreche oder sogar darüber liege.
"Lehrlinge beispielsweise erhalten ein höheres Entgelt, als es die Tarifverträge vorsehen", bekräftigt Manon Haccius, Leiterin Qualitätsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit und Recht bei Alnatura. Darüber hinaus müsse man auch die umfangreichen Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung für Mitarbeiter sowie die ganzheitlich gestaltete Ausbildung der Lehrlinge berücksichtigen.
"Wir haben die Darstellungen in den Medien betroffen zur Kenntnis genommen. Denn im Unternehmen Alnatura spielen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine zentrale Rolle", so Haccius. Bereits gestern hatte sich Alnatura-Gründer Rehn auch auf der Homepage des Unternehmens mit einer Erklärung zum taz-Artikel an die Kunden gewandt.