Altmaier will Mehrweg durch Hinweistafeln retten

Altmaier will Mehrweg durch Hinweistafeln retten

Die Bunderegierung will Verwechslungen von Einweg- und Mehrwegflaschen durch Hinweistafel und Schilder am Ladenregal verhindern. Der Einzelhandel ist alles andere als begeistert.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Geht es nach Umweltminister Peter Altmaier (CDU), müssen Geschäfte künftig mit deutlichen Schildern auf Einwegflaschen hinweisen.

Noch vor der Bundestagswahl solle eine entsprechende Verordnung von Kabinett, Bundestag und Bundesrat beschlossen werden, sagte Altmaiers Sprecher Ingo Strube am Montag der dpa. "Wir wollen, dass man auf den ersten Blick erkennt: Kaufe ich eine Einwegflasche oder eine Mehrwegflasche."

So will die Politik die Mehrwegflasche vor dem weiteren Verschwinden retten. Trotz des 2003 eingeführten Einwegpfands sinkt ihr Anteil in einigen Bereichen deutlich.

Deutlich sichtbare Hinweise statt kleiner Symbole

Zwar liefern kleine Symbole auf den Etiketten Hinweise auf die Art der Flasche. Doch pingelige Untersuchungen des Etiketts unternehmen Kunden selten und greifen im Supermarkt oft wahllos zu. Zudem bedeutet der Begriff "Pfandflasche" nichts Genaues. Er trifft auch auf Einwegflaschen zu.

Hier werden 25 Cent Pfand fällig. Bei Mehrwegflaschen mit Bier sind es 8 Cent, bei Limo 15 Cent. Angesichts dieses Wirrwarrs fällt die vom ökologischen Gewissen geleitete Wahl der Flasche schwer.

Helfen sollen nun "deutlich sicht- und lesbare Informationstafeln oder -schilder". So steht es laut Strube in einem Ministeriumsentwurf. Darüber hatte am Wochenende bereits der "Spiegel" berichtet. "Gestalt und Schriftgröße" müssten mindestens den Preisschildern entsprechen. Das soll für insgesamt 125.000 Geschäfte in Deutschland gelten.

Im Klartext: Neben den großen Preistafeln über den billigen Wassersortimenten im Discounter oder den Schildern am Kühlregal der Tankstelle soll es dann in gleicher Größe heißen: "Einwegflaschen".

Gerade die Sechser-Träger mit Mineralwasser in 1,5 Liter-Plastikflaschen sind Umweltschützern ein Graus. Sie haben die früher beliebten Mehrwegflaschen zurückgedrängt. Deren Quote sank nach Ministeriums-Angaben von 68 Prozent (2004) auf 43 Prozent.

HDE: Kunden schauen auf das Etikett

Der Einzelhandel sieht in gesonderten Hinweisschilder für Einwegflaschen den falschen Weg. Kunden würden auf das Etikett sehen und nicht auf Schilder, sagt Sprecher Kai Falk vom Handelsverband HDE. "Für die Information ist die Kennzeichnung der Produkte die eindeutig bessere Variante."

Der Verband Deutscher Getränke-Einzelhandel ließ sich hingegen von Altmaier umstimmen. "Wir sind jetzt überzeugt, dass auch die Auszeichnung am Regal ihren Zweck erfüllt", so der Vorsitzende Sepp Gail. "Wir begrüßen, dass Herr Altmaier nun etwas zur Unterstützung der Mehrwegflasche unternimmt, nachdem sein Vorgänger das Thema ignorierte."

Union und FDP hatten schon im Koalitionsvertrag von 2009 versprochen: "Durch eine aussagefähige Produktkennzeichnung, zum Beispiel klare Bezeichnung als Einweg- oder Mehrwegflasche, werden wir die Transparenz erhöhen und die ökologische Konsumentenverantwortung stärken". Daraus wurde nichts. Die EU-Kommission befürchtete Wettbewerbsprobleme. "Eine Produktkennzeichnung wird es nicht geben", räumte nun der Ministeriumssprecher ein.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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