
Arcandor-Krise gefährdet Verbändefusion im Handel
Die Probleme bei Arcandor gefährden nach Informationen von derhandel.de die Fusion der Handelsverbände HDE und BAG. Denn sie könnte vom angeschlagenen Konzern abhängen.
David WöllensteinRedakteurHoffen auf Arcandor
"Wir hoffen, dass Arcandor seine Verantwortung gegenüber dem gesamten deutschen Einzelhandel wahrnimmt", sagte ein BAG-Mitglied gegenüber derhandel.de. Denn ein Ausfall der Beitragszahlung durch die Arcandor-Tochter Karstadt hätte Auswirkungen auf die gesamte Branche. Die Unternehmensspitze wird sich voraussichtlich im Juni zu den Beitragsgarantie äußern, heißt es aus informierten Kreisen.
Sollte der Essener Konzern seine Zahlungen kürzen, könnte dies Begehrlichkeiten bei weiteren Verbandsmitgliedern wecken - wie zum Beispiel beim Hauptwettbewerber Kaufhof. Eine mögliche Bitte Arcandors um Staatshilfe wurde bereits vom Metro-Chef Eckhard Cordes scharf kritisiert.
Feuerprobe für Verschmelzung von HDE und BAG
"Formaljuristisch ist die Fusion der Verbände praktisch abgeschlossen", sagt ein Beobachter. Doch die Frage nach dem Arcandor-Beitrag, die bei einer gemeinsamen Vorstands- und Präsidiumssitzung von HDE und BAG unter dem Punkt "Detailfragen" angeführt wurde, könnte zur letzten und entscheidenden Feuerprobe für die Verbändeverschmelzung werden.
"Der Zeitspann steht und die Fusion kommt. Das haben die Vorstände von HDE und BAG am 6. Mai in Köln einstimmig beschlossen," betonte auf Anfrage ein HDE-Sprecher gegenüber derhandel.de. Zum Thema Arcandor sagte er: "Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu Angelegenheiten einzelner Unternehmen. Es besteht keine Veranlassung, von dieser Linie abzuweichen."

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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