Beacon: Drei leuchtende Beispiele - drei Learnings

Beacon: Drei leuchtende Beispiele - drei Learnings

Rabatte und Give Aways sind vermutlich der simpelste Weg, um Kunden davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, mit dem Handy für Beacon-Signale auf Empfang zu sein. Doch das lohnt sich auch für den Handel. Die Beacon-Kunden sind auch kauffreudig und lassen sich reaktivieren.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Beacon verbessert den Durchschnittsbon

Die App Barcoo schickte im Juni erstmals Kunden der SB-Warenhauskette Real deutschlandweit die aktuellen Angebote via Barcoo-Beacons von ihrem lokalen Markt auf ihr Smartphone. Mit der großen Reichweite, die App wurde 16 Millionen Mal installiert, bietet sich Barcoo gerade auch für nationale Aktionen an. Der Münchner Sportartikelhändler Sport Scheck setzt in allen 19 deutschen Filialen Beacons in Kooperation mit Barcoo ein. Kunden können dabei mit zwei Botschaften rechnen: Standortbasierte Nachrichten - beispielsweise Gutscheine - mit Werbeinhalten am Eingang, um den Nutzer in den Laden zu lotsen: im Laden gibt es dann je nach Bedarf und Situation eine Push-Nachricht. Die durchschnittliche Öffnungsrate liegt bei 22 Prozent. Beacon-Kunden sorgen auch für einen höheren Durchschnittsbon, sagte Michael Jacobi, bei Sport Scheck für Mobile zuständig, im Interview mit Internet World. Das Beispiel Barcoo zeigt, dass das der noch junge Marketingkanal nur Sinn macht, wenn man mit einem Anbieter mit großer Reichweite kooperiert. Dann besteht auch die Chance, dass die App ohnehin schon zum mobile Alltag gehört und nicht nur ein paar Schnäppchenjäger animiert, die keine Gelegenheit auslassen.

Mehr Service im Laden auf Bestellung

US-Händler Target testet landesweit gleich in 50 Filialen Beacon. Coupons, Sonderangebote und Produktempfehlungen gibt es auf die Target-App. Target will Beacon und App aber auch mit zusätzlichen Informationen zu einem umfassenden digitalen Helferlein im Laden machen. Ein Ziel Service: Kunden sollen über die App auch Verkäufer im Laden „anfunken” können. Vor allem aber will Target Beacon nur ganz diszipliniert einsetzen: “We’re going to limit the amount you receive to two per shopping trip, and we’ll make sure the alerts and in-app updates provide compelling content and offers”, sagt Jason Goldberger, President von Target.com.

Damit nicht genug: Mit 18 Millionen Downloads seit 2013 hat die zusätzliche App Cartwheel von Target schon einige Zeit auf dem Buckel. Die App, im Kern eine mobile Couponing-Lösung, die inzwischen auch Apple Watch-tauglich ist, beherrscht inzwischen auch Personalisierung und liefert im Bereich „For You“ individuelle Empfehlungen. Die sollen die Konversionsrate deutlich gesteigert haben. Target zeigt, dass Beacon und App umso besser funktionieren können, desto mehr sie sich den individuellen Ansprüchen des Kunden stellen.

Junge, komm bald wieder

Achtung Handel: Es muss nicht immer die eigene App sein, um Kunden per Beacon in den Laden zu locken. Das zeigt das Beispiel Coca-Cola im Frühsommer. Zusammen mit dem norwegischen Startup Unacast (Blog-Beitrag zum Case) schickte Coke norwegischen Kino-Gängern in einem Piloten standortbasierte Nachrichten mit Coupons auf eine norwegische Zeitungs-App. Einlösequote: Jede vierte holte sich eine kostenlose Limo im Kino. 60 Prozent klickten eine tagsdrauf versendete Re-Targeting-Anzeige. Jede vierte holte sich daraufhin ein kostenloses Kinoticket. Coca-Cola liefert den Beleg dafür, dass Kampagnen besser funktionieren, wenn sie nicht in einem isolierten Umfeld stattfinden und sie dann sogar noch Nachbrenner-Potenzial über das tagesaktuelle lokale Marketing hinaus besitzen. Coca-Cola soll nun über einen nationalen Roll-out in Norwegen und weitere Länder nachdenken.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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