Bei Grippemitteln vertrauen die Deutschen ihrer Apotheke

Bei Grippemitteln vertrauen die Deutschen ihrer Apotheke

Der Pharmamarkt erlebte im dritten Quartal einen Absatzanstieg von OTC-Produkten - vor allem durch die große Nachfrage nach Grippeschutzmitteln. Gewinner sind die Apotheken, im LEH gab es eine Stagnation.

Steffen GerthSteffen GerthRedakteur Der Handel und etailment
2 Min.· Aktualisiert am
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Der Absatz von sogenannten OTC-Produkten hat im dritten Quartal erheblich zugelegt, wie die Marktforscher von Nielsen mitteilen. Wie schon zu Jahresbeginn waren dabei Grippemittel am meisten gefragt.

Insgesamt wuchs im dritten Quartal der Handel mit nicht rezeptpflichtigen Medikamenten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,4 Prozent auf rund 1,85 Milliarden Euro. Mit rund 308 Millionen verkauften Verpackungen legte der Absatz dabei um 2,1 Prozent zu. Diese positive Zwischenbilanz trägt laut Nielsen dazu bei, die Verluste im schwach verlaufenden ersten Halbjahr 2010 zu halbieren.

"Schwarze Null" ist möglich

Der Aufschwung zum Jahresende könnte dazu beitragen, "im OTC-Markt am Jahresende zumindest eine schwarze Null zu schreiben", sagen die Marktforscher. Ende September lag der Umsatzrückgang des ersten Halbjahres bei minus 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Absatzeinbußen betrugen minus 1,4 Prozent.

Verantwortlich für das Wachstum in dritten Quartal war die Nachfrage nach Mitteln gegen Grippe. Hier betrug das Umsatzplus 35 Prozent, die Absatzsteigerung gar 38 Prozent. Die Nachfrage nach Erkältungspräparaten (wie Hustensaft) erhöhte sich ebenfalls um einen zweistelligen Prozentsatz.

Laut Nielsen hat sich auch die neue rezeptfreie Produktgruppe mit Mitteln gegen Sodbrennen gut verkauft.

Versandhandel verliert

Klare Gewinner waren im dritten Quartal die stationären Apotheken. Deren Absatz mit OTC-Produkten stieg um 3,8 Prozent auf 152,1 Millionen Packungen. Das sorgte für ein Umsatzplus von 2,8 Prozent auf 1,176 Milliarden Euro.

Die Versandapotheken, die bei OTC-Mitteln preisaggressiv vorgehen, gehören zu den Verlierern dieses Wettbewerbs. Zwar konnten die Versender ihre Absätze um 3,5 Prozent auf 11,9 Millionen verkaufte Packungen steigern, doch die Umsätze sanken um 2,3 Prozent auf 128,1 Millionen Euro.

Im Lebensmittelhandel und in den Drogeriemärkten stagnierten im dritten Quartal Umsatz und Absatz von OTC-Produkten. Das Absatzplus von 0,5 Prozent auf 118,6 Millionen verkaufte Packungen hatte keine Auswirkungen auf den Umsatz, der wie im Vorjahresquartal bei 241,6 Millionen Euro lag.

Der Gesamtmarkt Pharmamarkt inklusive Versandhandel setzte im dritten Quartal 471,6 Millionen Arzneipackungen ab - das ist ein Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2009. Der Umsatz stieg um 1,7 Prozent auf rund 9,87 Milliarden Euro.

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Steffen Gerth
Geschrieben vonSteffen Gerth

Redakteur Der Handel und etailment

Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.

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