Designerin passt in Echtzeit eine Werbekampagne für den Black Friday am Bildschirm an
© Black Forest Labs / Flux

Wie kreative Automatisierung helfen kann den Black Friday zu retten

Auch wenn Werbekampagnen für den Black Friday schon Monate im Voraus geplant und umgesetzt werden, müssen Händler auch darauf eingestellt sein, dass beispielsweise ihre Preise unterboten werden. Dann ist es wichtig, kurzfristig reagieren und dies auch entsprechend kommunizieren zu können, um Kunden nicht an den Wettbewerb zu verlieren. Wie "Creative Automation" dabei helfen kann, erklärt Barbara Stadler vom Softwareanbieter Varycon in einem Gastbeitrag.

BSBarbara StadlerGastautorin
5 Min.· Aktualisiert am
Teilen
Davon betroffen sind fast alle durch den BEVH (Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland) definierten Produktsegmente: Unterhaltung, Bekleidung, Freizeit, Einrichtung und FMCG. In den Kategorien Unterhaltung (-18,9%) und Bekleidung (-17,5%) ist die Zurückhaltung der Kunden besonders groß. Aber auch im FMCG-Bereich beläuft sich das Defizit auf -10,2%. Positive Impulse sind laut BEVH kurzfristig nicht in Sicht.Marken und Händler müssen in diesem Marktumfeld Ideen und Lösungen finden, wie man einen neuen Anreiz bei den Kunden schafft und die eigenen Absatz- sowie Umsatzziele doch noch erreicht. Eine Möglichkeit bietet der anstehende “Black Friday” am 24. November. Gemäß dem Handelsverband Deutschland (HDE) gaben 60% der deutschen Gesamtbevölkerung an, im Rahmen des Black Fridays gezielt Produkte zu kaufen. Der Umsatz für 2023 wird dabei auf voraussichtlich 6,5 Milliarden Euro geschätzt

Schnelle Reaktion wird immer wichtiger

Aber Kunden kaufen eben nur dann, wenn sie sich auch sicher sind, ein Schnäppchen zu machen. Gewinner auf Anbieterseite ist in der Regel daher vor allem der, der den niedrigsten Preis bietet und diesen auch am kreativsten, überzeugendsten und somit effektivsten kommuniziert.

Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen wird der Werbewert zum Black Friday 2023 auf rund 1,3 Milliarden Euro geschätzt, was einem Anstieg von rund 10% im Vergleich zum Vorjahr entsprechen würde. Bei der Budgetplanung entfällt jedes Jahr ein großer Anteil auf die Entwicklung von kreativen Kampagnen und deren Umsetzung – aber genauso müssen Unternehmen einen Puffer für kurzfristige Adaptionen einplanen und zurückhalten. Denn es kann immer passieren, dass die Konkurrenz den eigenen Preis unterbietet.

Kurzfristige Strategieänderungen sind teuer

In diesem Fall ist schnelles Handeln gefragt, um potenzielle Kunden nicht zu verlieren. Diese vorher in der Regel nicht kalkulierbaren Kosten für kurzfristige Änderungen in der eigenen Werbe- und Preiskommunikation mithilfe externer Partner wie Agenturen führen jedoch zu einer Schmälerung des Umsatzes. So gilt es für Marketer und Brand Manager seit Jahren, möglichst flexible Lösungen zu finden und kreative Produktionsprozesse zu etablieren, die Kosteneffizienz und Zeitvorteile bieten.

Eine zukunftsweisende Lösung ist es vor diesem Hintergrund, intern ein Set-up zu schaffen, also der Aufbau einer Inhouse-Production-Pipeline für Creative Automation. Das Ziel: den eigenen Mitarbeitern die Möglichkeit geben, ihren Content (von HTML-Bannern zu Social Post bis hin zu Videos) eigenständig anzupassen. Im Idealfall geschieht dies direkt in der Minute, in der sie kurzfristig Änderungen benötigen.

Was verbirgt sich hinter "Creative Automation"?

Einfach erklärt, werden bei der Creative Automation wiederkehrende Formate und Aufgaben wie bspw. die Erstellung von HTML-Bannersets in Templates übersetzt. Diese können dann von Mitarbeitern befüllt werden. Vergleichbar ist das mit dem Schreiben eines Briefings für eine externe Agentur, in dem man neben dem Kampagnen-Visual u.a. auch den Preis, Disclaimer-Text und CTA-Button vorgibt, und auf dessen Basis die benötigten Änderungen der Kampagnen-Assets umgesetzt werden.

Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied gegenüber dem klassischen Ansatz: Der Input geht an keinen externen Partner und ist auch kein klassisches Briefing. Die Punkte, die im Briefing beschrieben werden, werden in wenigen Schritten und Minuten in einem vorhandenen Template umgesetzt. Das Ergebnis ist auf diese Weise in nur wenigen Minuten fertig und bereit zur Distribution auf verschiedenen Online- und Offline-Kanälen. Die einzelnen Schritte werden dabei intern ohne Kontrollverlust über die eigenen Kreationen und zu viel Abstimmung durchgeführt.

Wie sich Creative Automation umsetzen lässt

Das alles klingt aus Sicht von Marken und Händlern grundsätzlich vielversprechend, bringt aber auch einige Anforderungen mit sich – weshalb sich viele Unternehmen derzeit noch sträuben, neue Wege in der eigenen Content-Erstellung einzuschlagen. Die nötigen Vorbereitungen zur Optimierung der eigenen Prozesse sind jedoch gar nicht allzu komplex. Die wichtigsten Punkte und Schritte zur Einführung von Creative Automation sind dabei wie folgt:

  • Assets Overview & Storage: Es muss zunächst eine geordnete Ablage von Assets geschaffen werden, die klar gekennzeichnet und somit für alle in die Kreations- und Adaptionsprozesse involvierten Teammitglieder auffindbar ist. So können Assets besser “recycelt” werden, was die Produktion von Duplikaten vermindert und somit auch die Kosten.
  • CI-Guidelines & Design Scalability Audit: Vorgaben für die eigene Corporate-Identity müssen definiert und auch deren entsprechende Einhaltung formuliert werden. Dazu sollten in einem Design Scalability Audit alle Formate einmal gescreent werden – dies hilft Unternehmen, zu erkennen, wie die CI “gelebt” wird und wie skalierbar das Design ist bzw. sein kann.
  • Content Scaling: Generell müssen Marken und Händler in der heutigen Zeit über die Skalierbarkeit ihrer Prozesse und der vorgegebenen Design Assets und Templates nachdenken, um das Rad z.B. für zukünftige Werbekampagnen nicht immer wieder neu erfinden zu müssen. Es ist wichtig, über alle Content-Formate hinweg einen Wiedererkennungswert zu schaffen, um Kunden nicht nur ins Auge zu fallen, sondern auch im Kopf zu bleiben. Bei der Optimierung von Content für eine bessere Skalierbarkeit ist Kreativität jedoch nicht ausgeschlossen.

Fazit

Um auch in Zukunft das Kundeninteresse zu wecken, Content zielgruppenspezifisch zu generieren, eine schnellere Time-to-Market zu erzielen und generell die eigenen Produktverkäufe wieder zu steigern, sind die drei genannten Schritte für die Einführung von Content-Automation eher klein gegenüber dem, was mit ihrer Hilfe erzielt werden kann: Mehr Skalierbarkeit und mehr kundenspezifischer Content mit gleichbleibenden und potenziell sogar geringeren Aufwänden.

MEHR ZUM THEMA:

Teilen
BS
Geschrieben vonBarbara Stadler

Gastautorin

Barbara Stadler ist Head of Business Development bei Varycon. Die B2B-SaaS-Plattform stellt Marketern ein digitales Ecosystem bereit, um Media-Content automatisiert und skalierbar inhouse zu produzieren.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.