Das Smartphone ersetzt den Fotoapparat

Das Smartphone ersetzt den Fotoapparat

Die Deutschen fotografieren liebend gerne, aber immer weniger mit klassischen Kameras. Wenigstens bei hochwertigen Apparaten gibt es ein kleines Verkaufsplus.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Im laufenden Jahr werden in Deutschland voraussichtlich 5,26 Millionen Kameras gekauft, ein Rückgang um 13 Prozent im Vergleich zu 2013 mit 6,05 Millionen Geräten. Das Umsatzminus fällt mit 4,6 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro aber schwächer aus, da die Rückgänge auf die preiswerten Kompaktkameras konzentriert sind. Sie werden von den boomenden Smartphones zunehmend verdrängt.

Absatz-Absturz bei Kompaktkameras

Damit verschiebt sich der Fokus in der Branche auch 2014 weiter - in einem hierzulande insgesamt mit gut 20 Milliarden Euro stabilen Markt, sagte Christian Müller-Rieker, Geschäftsführer des Photoindustrie-Verbands (PIV). In einer Zweiteilung legen die hochwertigen Spiegelreflex- und Systemkameras 2014 wohl auf 1,26 Millionen Geräte und einen Umsatz von 722 Millionen Euro leicht zu. Ihre Prognose für die Zukunft sei gut.

Aber: Die vom Schnappschuss-Smartphone teilweise ersetzten Kompaktkameras verzeichnen in diesem Jahr einen Absatz-Absturz um 18,5 Prozent auf knapp 4 Millionen Geräte. Der Umsatz fällt um gut 10 Prozent auf 728 Millionen Euro. Diesen Trend könne man wohl nicht mehr brechen, sagte Müller-Rieker.

Foto-Apps werden populärer

Im Gegenzug legen die Smartphones das sechste Jahr in Folge zu und landen mengenmäßig nach einem Plus von fast 1,5 Millionen Geräten auf 23,8 Millionen Stück. Die Preise sinken allerdings wegen wachsender Konkurrenz, vor allem aus China. Für die Branche bedeute das einen deutlichen Wertverfall, betonte der PIV-Geschäftsführer.

Bei der sechstägigen photokina zeigen 1.070 Aussteller aus 51 Ländern ab kommendem Dienstag (16. September) ihre neuen Modelle und rücken Trendthemen wie 3D-Drucktechnik, kabellosen Bildtransfer oder ein rasant zunehmendes Angebot von Foto-Apps ins Blickfeld. Neu kommt die Lichtfeldtechnologie ins Spiel: Mithilfe eines speziellen Sensors muss nicht mehr vor dem Auslösen scharf gestellt werden, der Fokus kann auch nachträglich beim angefertigten Bild verändert, die Schärfe verstellt werden.

Pro Sekunde 2.000 Aufnahmen in Deutschland

Die Branche setzt zudem große Erwartungen in Wearables - winzige Hightech-Geräte, die mit Kameras ausgestattet sind und rund um die Uhr Bilder liefern können. Sie werden in Form von Kettenanhängern, Brillen, Broschen oder Armbanduhren angeboten und künftig eine wichtige Rolle spielen, meinte Müller-Rieker.

Im 175. Jahr der Fotografie haben sich Nutzung und Funktion von Bildern verändert. Es gehe heute ums Kommunizieren, weniger ums Dokumentieren, sagte der PIV-Geschäftsführer. Praktisch jeder mache Aufnahmen. Rund 2.000 Mal werde in Deutschland in einer einzigen Sekunde der Auslöser betätigt.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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