Datengau bei der Landesbank Berlin

Datengau bei der Landesbank Berlin

Karteninformationen Zehntausender Kunden sind beim größten Kreditkartenherausgeber Deutschlands abhanden gekommen. Die Daten der Landesbank Berlin wurden der Frankfurter Rundschau zugespielt.

2 Min.· Aktualisiert am
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Da die LBB der größte Kreditkartenherausgeber in Deutschland ist, sind verschiedene Geldinstitute und Kunden quer durch die Bundesrepublik betroffen. Die Landesbank hat insgesamt 1,97 Millionen Kreditkarten ausgegeben unter anderem so genannten Co-Branding-Karten für Amazon, den ADAC und AOL. Lesbar sind bei den betroffenen Datensätzen laut dem FR-Bericht Vor- und Nachname der Kunden, Adresse, Kreditkartennummer, Kontonummer und jede einzelne Bezahl-Aktion mit dazugehörigem Betrag.

Die abhandengekommen Microfiches stammen laut FR vom Zahlungsdienstleister Atos Wordline, der die Bonitätskontrollen und das Processing für die LBB und zahlreiche andere Banken abwickelt. Atos Worldline ist ein Tochterunternehmen von Atos Origin, dem weltweit zweitgrößten Kreditkartenabwickler nach der First Data International.

Anja Müller Sprecherin von Atos wollte keinerlei Auskünfte zum Hergang oder Umfang des Datenlecks machen: "Polizei und Staatsanwalt haben uns geraten, keine Auskünfte zu erteilen, wir würden sonst alles gefährden". Müller bestätigte allerdings, dass die Microfiches von Atos Worldline stammen, "wir arbeiten eng mit der LBB und der Polizei bei der Aufklärung zusammen".

Atos Wordline wickelt nach eigenen Angaben jährlich rund 20 Milliarden elektronische Transaktionen ab - von SMS-Kurznachrichten und Flottenkartenzahlungen über Internetzahlungen bis hin zu Kartenzahlungen an Automaten und Börsengeschäften. 
 
Eine Stellungnahme der LBB zum Vorgang findet sich hier. Schon vor dem jetzigen Datenskandal musste die Landesbank wöchentlich zwischen 500 und 8.000 Kreditkarten von Kunden austauschen, weil die Daten gestohlen wurden. Dies berichtete ein Unternehmensvertreter auf dem Fachkongress Payment World 2008 Ende November in Wiesbaden. Mit der aktuellen Datenpanne besteht bei diesem präventiven Kartenaustausch jedoch kein Zusammenhang.


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