Der Schwindel mit Bewertungen in Webshops

Der Schwindel mit Bewertungen in Webshops

Ein Medienbericht schürt die Unsicherheit im Netz: Viele Nutzerkommentare im Web seien professionell gefälscht, so der Vorwurf eines Magazins. Auftraggeber seien Herstellerfirmen, aber auch Dienstleister.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Laut dem Magazin für Unterhaltungselektronik werden spezielle Agenturen beauftragt, massenweise gute Bewertungen bei Online-Shops wie Amazon abzugeben.

Für einen Test suchten Redakteure der Zeitschrift im Internet mehrere Fälscher-Werkstätten, die mit Dienstleistungen wie "Textservice" und "Shop-Texte" warben. Als Hersteller getarnt, beauftragte die Redaktion dann zwei Agenturen, Kundenbewertungen für bekannte Internet-Shops zu verfassen.

Der Paketpreis für die ersten 35 Bewertungen: 190, beziehungsweise 299 Euro. Insgesamt gaben die Agenturen laut "Audio Video Foto Bild" rund 100 Bewertungen in Internet-Shops ab. Keine davon sei als Fälschung erkannt worden.

Betrüger zu erkennen ist schwer

Betrogen wird laut der Zeitschrift in allen Bereichen: Fernseher, Handys, Hi-Fi-Anlagen - aber auch bei Restaurants, Hotels, Reisen oder Versicherungen komme es zu gekauften Kommentaren.

Die Betrüger zu erkennen, ist für Verbraucher kaum möglich. Zwar könnten etwa besonders viele Bewertungen eines Nutzers in kurzer Zeit oder extrem lange Texte voller Herstellerangaben und PR-Floskeln Hinweise auf Fälschungen sein. Für die meisten Käufer dürfte es aber zu aufwendig sein, Kommentare auf all diese Faktoren zu prüfen.

Auch die Hürden bei den Online-Shops schützen laut "Audio Video Foto Bild" nur unzureichend vor gekauften Bewertungen. Die Masse an Kommentaren lasse sich kaum kontrollieren.

Auch, dass Marktführer Amazon manche Bewertungen mit dem Hinweis "von Amazon bestätigter Kauf" kennzeichne, wenn der Rezensent das Produkt tatsächlich gekauft habe, bringe nicht viel: Die Agenturen bestellten das Produkt, bewerteten es und schickten es innerhalb von zwei Wochen einfach kostenlos zurück, schreibt die Zeitschrift.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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