
Die vier Risiken des Buy Buttons bei Google und Facebook
Ein Buy-Button zur Google-Anzeige in mobile Suchanzeigen? Das klingt paradiesisch. Mehr Reichweite, effektiveres Mobile Marketing. Doch mit dem Modell des Buy Button, wie es ähnlich auch Facebook, Twitter und Pinterest forcieren, gehen Händler ein hohes Risiko ein.
Ein neuer Hebel für mehr Umsatz? Bei Händlern stellt man da häufig Pawlowsche Reflexe fest. Da passt es nicht schlecht, dass Namen wie Google oder Facebook häufig mit einenr Gegenkonditionierung einhergehen. Mit gutem Grund.
1. Das Kernproblem: Bei Google („Purchases on Google“) landen die Kunden auf einer vom digitalen Riesen gehostete Einkaufsseite. Auch Facebook will den Besuch weiterer Seiten jenseits des Netzwerks eliminieren. Die Marken sollen aus dem Facebook-Shop auf der Fanpage verkaufen. Etwas, das als einst als F-Commerce schon einmal gnadenlos gescheitert ist.
2. Hier wie dort sollen sich die Handelsmarken mit einer gebrandeten Seite zeigen können. Doch gleichgültig wie groß das Logo sein wird, es wird nie das vollständige Einkaufserlebnis abgebildet, dass den Kunden im klassischen Webshop umgibt. Markenerlebnis und Customer Experience aber dürften künftig zu noch entscheidenderen Differenzierungsmerkmalen im Handel gehören. In wie weit über den Buy Button-Kosmos dann Kundenservice möglich ist auch alles andere als eine Marginalie.
3. Der Buy Button schafft zudem eine Einkaufs-Singularität. Er erschwert Up-Selling, Cross-Selling, Cross-Promotion.
4. Im Zeitalter der Automatisierung stellt zwar ein Einbindung weiterer Daten kaum ein Problem da, erst recht nicht für jene, die schon heute sorgfältig mit Product Listing Ads hantieren. Die Fülle zusätzlicher Daten ist aber vor allem für Google eine große Freude. Immerhin will Google die Daten der Käufe seinen „Werbepartnern“ zur Verfügung stellen.
Es geht auch anders
Ohnehin ist der Buy Button, bei dem ohnehin unklar ist, wie er mit dem deutschen Recht harmonisieren wird, ein im Grunde überflüssiger Wink mit dem Marketing-Zaunpfahl. In einem Test macht es Google dem Kunden auf anderem Weg leichter an das beworbene Produkt zu kommen. Angebote via Google Shopping, die ja schon auf dem Desktop schnell in den Shop führen (bei uniquen Artikeln genügt ein Klick aufs Bild), sollen nun auf mobilen Endgeräten direkt zur Shopping-App führen. Mit beim Test dabei sind unter anderem eBay und Zalando.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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