
DS - neue Marke soll nun auch sichtbar werden
Der französische PSA-Konzern will die Premiummarke DS Automobiles etablieren. Mittelfristig müssen die Citroen-Händler dazu wohl umbauen, um die Fahrzeuge im vorgegebenen Umfeld zu präsentieren.
David WöllensteinRedakteurErste Handelspartner investieren
Nun geht es darum, auch von außen Zeichen zu setzen. Erste Handelsbetriebe in Aachen und Münster hätten für das Label bereits eine eigene Lounge eingerichtet. Perspektivisch müsse man die Partner davon überzeugen, in die neue Marke zu investieren und abgetrennte Verkaufsräume mit separatem Eingang zu errichten.
Nicolas Perrin, der als Direktor Markenentwicklung eigens nach Deutschland entsandt wurde, stellt dazu für den Zeitraum zwischen 2018 und 2020 fünf neue Modelle in Aussicht, darunter ein Mittelklassefahrzeug und ein kompaktes SUV. Bis dahin sollen DS 3, 4 und 5 weiterhin die Vision vom französischen Premiumangebot tragen.
Businesspaket für den leicht überarbeiteten DS 5
Das Flaggschiff wurde jetzt im Frontbereich immerhin leicht modifiziert. Die Preise starten bei 31.490 Euro und ein speziell auf Firmenkunden zugeschnittenes Businesspaket soll die Verkäufe ankurbeln.
Das scheint mit Blick auf die Zulassungszahlen des Kraftfahrtbundesamtes auch bitter nötig: Lediglich 55 (!) Anmeldungen registrierte die Flensburger Behörde für den DS 5 im vergangen Monat – 118 im ersten Quartal. Damit sind die Franzosen noch meilenweit von den ins Visier genommenen Wettbewerbern wie Volvo oder gar Audi entfernt. Und dass schon die japanischen Nobelableger Lexus und Infiniti kaum einen Fuß auf den deutschen Boden bekommen, kann kein Trost sondern bestenfalls Mahnung sein.
Markenaufbau "braucht 20, vielleicht sogar 30 Jahre"
„Wir wissen, dass es ein weiter Weg ist, um eine Marke zu etablieren. Das braucht 20, vielleicht sogar 30 Jahre“, gibt sich Nicolas Perrin realistisch. Die Deutschlandmission dürfte angesichts der Hausmacht mit Mercedes-Benz, BMW und Audi nochmals schwerer ausfallen als im Rest der Welt…
Das mussten schon die in der Vergangenheit häufig ausgewechselten Citroen-Chefs in der Kölner Importeurszentrale leidvoll erfahren, die bereits in den 90er-Jahren über 5 Prozent Marktanteil fabulierten. Aktuell liegt der Traditionshersteller bei mageren 1,7 Prozent – mit zuletzt eher fallender Tendenz.
Nationale Kampagne soll Umschwung bringen
Den Umschwung sollen nun exzentrische Modelle wie der zuletzt eingeführte Cactus bringen – und eine national aufgesetzte Kampagne. „Die Deutschen lieben die Franzosen zu allererst für ihre Gastronomie, aber auch für ihre Sprache“, weiß Marketingchef Marc Bénier: „Diese Sympathien wollen wir für uns nutzen.“
Daher habe man sich für den französischen Slogan „Le Caractère“ entschieden, der ausschließlich hierzulande eingesetzt werde. „Le Car“ ist dabei farblich abgesetzt und stehe übersetzt nicht zufällig für „Das Auto“ – der Claim des Marktführers Volkswagen.
Keine Zusatzinvestitionen für die Vertriebspartner
„Der Händlerverband wurde frühzeitig in die Kampagnenvorbereitung einbezogen und trägt die Strategie auf breiter Front“, berichtet Geschäftsführer Böhme. Schließlich seien damit auch keine nennenswerten Investitionen verbunden. Die neue Botschaft lasse sich problemlos per Folie an der Fassade anbringen.
DS für gehobenere Ansprüche, Peugeot als solide Massenmodelle und Citroen für den frech-fröhlichen Auftritt. Mit dieser neuen Dreier-Aufstellung will der PSA-Konzern endlich wieder aus der Talsohle fahren.
Bernd Nusser

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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