Eigener Shop: Was Zalando mit Kiomi planen könnte

Eigener Shop: Was Zalando mit Kiomi planen könnte

Zalando hält große Stücke auf die Eigenmarke Kiomi. Wer in den vergangenen Tagen ein Foto eines Zalando-Top-Managers in der Presse sah, konnte mit genauem Blick feststellen, dass der auch in Kiomi gekleidet war. Jetzt beschert der Online-Versender und Umsatz-Milliardär der Fashion-Marke sogar einen eigenen Kiomi-Shop. Da kann sich der Modehandel schon einmal warm anziehen.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Evolution: Zalando gönnt Kiomi einen eigenen Shop

Zalando hält große Stücke auf die Eigenmarke Kiomi. Wer in den vergangenen Tagen ein Foto eines Zalando-Top-Managers in der Presse sah, konnte mit genauem Blick feststellen, dass der auch in Kiomi gekleidet war.

Jetzt beschert der Online-Versender und Umsatz-Milliardär der Fashion-Marke sogar einen eigenen Kiomi-Shop. Da kann sich der Modehandel schon einmal warm anziehen.

Kiomi ist eine schmucke Marke im mittleren Preissegment. Wie alle Eigenmarken von Zalando sorgt sie für eine bessere Rendite und ein Stück Unverwechselbarkeit. Wie wichtig die im Sortiment aller Online-Händler sein können, dass haben die Modehändler gerade nochmals auf dem E-Fashion-Kongress der Textil Wirtschaft unterstrichen.

Kiomi als "Lifestyle-Marke für Frauen und Männer auf der Suche nach zeitlosen Fashion-Favourites" ist da zunächst nur ein weiterer Baustein im Zalando-Shop und wird eigenständig geführt, ist also nicht Teil der ZLabels in der sonst die Eigenmarken von Zalando ausgebrütet werden. Das könnte ein Stück weit Unabhängigkeit vom Zalando-Imperium andeuten und für spätere Optionen - zumindest atmosphärisch - wichtig werden. Als Geschäftsführer fungiert das Zalando-Trio Robert Gentz, David Schneider, Rubin Ritter.

Als derart eigenständige Online-Fashion-Brand bieten sich Zalando, die schon mit dem Online-Ableger Emeza für das Luxussegment ihre Fühler weiter ausgestreckt haben, nämlich künftig neue Aktionsfelder. Man muss dabei nur an Vorbilder wie die reine Online-Brand Bonobos und sein Showrooming-Konzept denken. Da geht, um beim Beispiel zu bleiben, aber noch mehr. Die Modekette Nordstrom verkauft inzwischen Bonobos in ihren Läden.

Mit einer derart eigenständigen Fashion-Brand könnte sich Zalando also auch seinerseits zum Fashion-Lieferanten für den stationären Handel aufschwingen.

Das würde der nie mitmachen, weil Zalando längst zu groß, zu gefährlich ist ?

Gegenbeispiel: Topshop. Die britische Mega-Modekette mit etlichen Eigenmarken, die sogar Promis wie Supermodel Kate Moss Kollektionen entwerfen ließ, macht sich mit einigen Marken und ausgewähltem Sortiment in den Läden von Nordstrom breit.

Warum soll man Kiomi also nicht eines Tages bei Breuninger und Co finden, wenn der Deal für beide Seiten stimmt?

Oder man nimmt sich das Beispiel Inditex besser bekannt unter der Marke Zara zum Vorbild: Zara-Gründer Amancio Ortega hat ja unter dem Dach von Inditex unter anderem mit Pull & Bear und Massimo Dutti diversifiziert und kann damit die weltweite Expansion flexibel vorantreiben.

So viel dürfte nämlich klar sein: Wenn es gut läuft, bleibt Kiomi kein deutschen Phänomen.

Welche Pläne Zalando mit diesem evolutionären Schritt auch verfolgen mag, das Management hat jedenfalls eine spannende weitere Karte im Fashion-Poker gezogen. Ob es ein Trumpf wird, muss die Zeit zeigen.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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