Enttäuschendes Jahr für hochgelobte Internet-Aktien

Enttäuschendes Jahr für hochgelobte Internet-Aktien

Sie galten als Börsenstars mit Zukunft und brachten Anlegern massive Verluste ein: 2012 war kein gutes Jahr für viele Internet-Aktien. Im Schatten des Facebook-Debakels gab es noch weitere Geldvernichter.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Die Nerven der Investoren liegen blank. Und das ist auch verständlich: Die Aktie des Rabattcoupon-Spezialisten Groupon verlor seit dem Börsengang vor einem Jahr über 80 Prozent. Inzwischen hat sie zwar wieder ein paar Dollar auf den bisherigen Tiefstand von 2,60 Dollar draufgelegt - doch die anfänglichen Kurse von über 25 Dollar scheinen immer noch in unerreichbarer Ferne. Und das beim einstigen potenziellen Börsenstar und selbsterklärten "am schnellsten wachsenden Unternehmen aller Zeiten".

Groupon ist kein Einzelfall

Schwache Zahlen, Zweifel am Geschäftsmodell und ein Kursabsturz als Folge: Groupon ist bei weitem kein Einzelfall. Auch viele andere anfangs hochgelobte Internet-Aktien bescherten Investoren miese Geschäfte.

Beim Online-Spieleentwickler Zynga ("Farmville") fällt die Bilanz des ersten Jahres an der Börse mit einem Minus von drei Vierteln ähnlich verheerend aus. Auf dem Weg nach unten gab es zum Teil Kurseinbrüche von 20 oder sogar 40 Prozent an einem Tag, wenn mal wieder ein Verlust vermeldet wurde.

Der prominenteste Flop des Jahres war jedoch der Mega-Börsengang von Facebook mit Einnahmen von rund 16 Milliarden Dollar für das Unternehmen und frühe Geldgeber. Die Aktie des weltgrößten Online-Netzwerks konnte sich nur wenige Tage am Ausgabepreis von 38 Dollar halten und steckt seit Mai im Kurskeller fest.

Investoren bekommen schnell kalte Füße

Es ist die Mischung aus Goldgräberstimmung und Unsicherheit, die die Kurse erst in die Höhe schnellen und dann manchmal brutal abstürzen lässt. Das Internet-Geschäft hat immer noch viele unerkundete Chancen - wer weiß schon, was alles dort funktionieren und zum "nächsten großen Ding" werden kann.

Genauso schnell bekommen Investoren jedoch kalte Füße, wenn sie das Gefühl haben, dass sich erste Hoffnungen auf einen Geldregen vielleicht nicht erfüllen.

Wer in dem Spiel fast immer gewinnt, sind allerdings die Risikoinvestoren, die bei den jungen Unternehmen sehr früh zu Niedrigpreisen einsteigen. Der aus Deutschland stammende Internet-Investor Peter Thiel etwa hat beim Facebook-Börsengang vorgemacht, wie das geht.

Thiel hatte im Jahr 2004, als das Netzwerk noch ganz am Anfang stand, 500.000 Dollar in Facebook gesteckt und dafür einen Anteil von rund zehn Prozent bekommen. Schon lange vor dem Börsengang reduzierte er seine Beteiligung, als weitere Investoren in das schnell wachsende Unternehmen drängten. Beim Börsengang selbst hatte er gut 16,8 Millionen Aktien im Gesamtwert von 640 Millionen Dollar angeboten.

Selbst als Thiel den Rest für nur rund 20 Dollar je Aktie loswurde, nahm er mit weiteren rund 400 Millionen Dollar immer noch ein vielfaches der anfänglichen Investition ein.

Andrej Sokolow, dpa

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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