3D-Illustration zu Gründungsrekord, Klarna, Amazon und Nachnahme im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Gründungsrekord, Knuspr, Kleinanzeigen, Minijobs, Klarna, Costco, Amazon, Depop, Brasilien, Microsoft, Nachnahme

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von Etailment.de.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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NRF 2026: Retail’s Big Show Europe Programm und Höhepunkte
Die NRF 2026: Retail’s Big Show Europe kehrt vom 15. bis 17. September 2026 nach Paris zurück und verspricht drei Tage voller Innovation, Diskussionen, Begegnungen und Inspiration. Die Veranstaltung findet in der Paris Expo Porte de Versailles statt und dauert genau diesen Zeitraum. Mehr

HANDEL NATIONAL

So viele Start-ups wie noch nie
Deutschland verzeichnet im ersten Halbjahr mit 3.053 Start-up-Neugründungen einen Rekord, zitiert T3N.de den Start-up-Verband. Es handele sich um 52 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2025. Über ein Drittel der jungen Firmen habe einen KI-Bezug. Die Gründe der Steigerung seien die durch die KI allgemein gesunkenen Einstiegshürden, aber auch die Wirtschaftskrise, die Talente vermehrt in die Selbstständigkeit dränge. So kamen dieses Jahr sechs neue Milliarden-Start-ups hinzu, was die Summe der Unicorns in Deutschland auf 36 erhöhe. Zum Vergleich: In den USA seien es über 900.

Knuspr verkauft in ChatGPT
Der Online-Supermarkt Knuspr bindet seinen Dienst direkt in ChatGPT ein, berichtet Retail-News.de. Kunden könnten ihren kompletten Lebensmitteleinkauf im Gespräch mit der KI erledigen – von der Produktsuche über Rezeptplanung bis zum fertigen Warenkorb; es ließen sich sogar Einkaufslisten aus Fotos generieren. Technisch stütze sich der Service auf die KI-Architektur der Rohlik Group samt des eigenen MCP-Servers. Außerdem werde an einer KI-Assistenz für den eigenen Shop gearbeitet.

Kleinanzeigen stellt zwei KI-Funktionen vor
Kleinanzeigen legt in einer Pressemitteilung seine KI-Strategie offen, in der zwei Funktionen den Auftakt bilden: Der PRO-Antwortvorschlag entwerfe für gewerbliche Anbieter automatisch Antworten aus Anzeige, Nachrichtenverlauf und Präferenzen; der Immobilien-Assistent beantworte Fragen zu Ausstattung, Lage und Anbindung des Objekts direkt in der Anzeige.

HDE fürchtet um die Minijobs im Einzelhandel
Kurz vor der Verabschiedung des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes warnt der HDE vor falsch gesetzten Anreizen zulasten von Wirtschaft und Beschäftigung. Zwar bescheinige man der Reform grundsätzlich die richtige Richtung, doch müssten die Lohnnebenkosten unter der 40-Prozent-Grenze bleiben. Besonders die höhere Minijob-Pauschalabgabe – plus 4,5 Punkte auf 17,5 Prozent – koste Arbeitgeber jährlich 1,9 Mrd. Euro. Minijobs seien aber für den Einzelhandel unverzichtbar.


HANDEL INTERNATIONAL


Klarna will eigene Bank in den USA
Klarna hat laut Businesswire.com eine US-Banklizenz beantragt. Der schwedische Zahlungsdienstleister habe bei der Aufsicht in Utah und der Einlagensicherung FDIC die Gründung der „Klarna Bank USA“ eingereicht – einer sogenannten Industrial Bank, also einer von einem Nicht-Bank-Konzern gehaltenen Kreditinstitution. Bislang betreue Klarna, in Europa seit 2017 lizenziert, seine 30 Mio. US-Kunden über Partnerbanken. Eine eigene Lizenz erlaube dem Unternehmen, Zahlungen, Sparprodukte und Kredite künftig selbst anzubieten.

Costcos KI-Umsatz wächst dreistellig
Costcos KI-generierter E-Commerce-Traffic wuchs zuletzt dreistellig und liefert die höchste Konversionsrate aller Digitalkanäle, meldet Eciks.org. Das absolute Volumen bleibe aber trotzdem noch gering. Die KI-Strategie des global drittgrößten Einzelhändlers ziele darauf ab, Produktseiten für KI-Suchen zu optimieren, damit Costcos „All-in“-Preise, inklusive Lieferung, Installation und Entsorgung, sichtbarer würden. Diese seien bislang von klassischen Suchmaschinen verschluckt worden.

Amazon öffnet die Buy Box einen Spalt
Amazon streicht in der EU und Großbritannien ab 20. Juli die Eignungsprüfung für die begehrte „Buy Box“, berichtet Channelx.world. Diese vorgelagerte Hürde entfalle wegen verbesserter Prozesse und aufgrund des Feedbacks von Händlern. Die Auswahl selbst bleibe aber unverändert und richte sich weiterhin nach Preis, Liefertempo und Leistung. Kundenbewertungen, Prime-Badge und die Versandart spielten jedoch keine Rolle.

Depop lässt in Australien die Käufer zahlen
Depop streicht ab dem 22. Juli für australische Verkäufer die bisher zehnprozentige Verkaufsgebühr, berichtet Channelx.world. Stattdessen zahlten Käufer eine Marktplatzgebühr von bis zu fünf Prozent plus bis zu einem australischen Dollar pro Artikel. Erwartungsgemäß störten sich Verkäufer weniger am Gebührenmodell als am Ein-Dollar-Aufschlag, der ihre günstige Ware verteuere. In UK und USA habe die gleiche Änderung 30 bis 45 Prozent mehr Angebote auf die Plattform gespült.

Brasilien kauft bequem
Brasilianischen Online-Shoppern ist die Bequemlichkeit wichtiger als die Jagd nach Schnäppchen, berichtet Latina-Press.com. Darum werde bevorzugt auf Tiktok (69 Prozent), Instagram (67 Prozent) oder Facebook (59 Prozent) geshoppt. Für Tiktok Shop wäre Brasilien hinter Malaysia, Saudi-Arabien und UK der viertwichtigste Markt. Da grenzüberschreitend in China, den USA und Argentinien eingekauft werde, führten Zölle und Gebühren (58 Prozent) sowie hohe Versandkosten und lange Lieferzeiten (47 Prozent) zu den meisten Kaufabbrüchen. Kostenloser Versand würde 65 Prozent zu mehr internationalen Bestellungen motivieren.

Microsoft streicht 4.800 Stellen
Microsoft streicht 4.800 Stellen und damit rund zwei Prozent seiner weltweiten Belegschaft, berichtet Welt.de. Betroffen seien vor allem die Xbox-Sparte und der Geschäftskundenbereich. Die Xbox leide unter den steigenden Chippreisen und den allgemein schwachen Konsolenverkäufen. Die Gewinnmargen lägen drei- bis zehnmal niedriger als bei Sony und Nintendo, weswegen die Preise steigen müssten: Selbst das günstigste Modell koste in den USA ab 1. August 500 Dollar.


Was Händler tun müssen, um ihre Warenströme in Krisenzeiten stabil zu halten
Jahrelang galten stabile Warenströme als verlässliche Grundlage globaler Geschäftsmodelle. Diese Zeit ist vorbei. Einzelhändler müssen akzeptieren, dass der Krisenzustand nicht mehr die Ausnahme, sondern die neue Norm ist – mit allen Konsequenzen, die das für Lieferketten bedeutet. In seinem Gastbeitrag auf Etailment.de diskutiert Sebastian Kirbus, Principal Solutions Consultant bei Manhattan Associates, wie agile Lieferkettenlösungen aussehen können.

Scandit prüft das Alter an der SB-Kasse
Alkohol und Tabak am Self-Checkout kaufen ohne Personalkontrolle: Das verspricht Scandits neue Lösung „Age Verified Self-Checkout“, so das Unternehmen. Per Selfie schätze eine KI das Alter direkt auf dem Smartphone – in unter zehn Sekunden, ohne App, ohne Datenübertragung an Händler. Reiche die Schätzung nicht, folge ein Ausweis-Scan. Die Technologie erledige 80 Prozent der Prüfungen automatisch und steigere die Zahl der Transaktionen um fünf Prozent.

Zahlung bei Nachnahme bleibt wichtig
Die Zahlung per Nachnahme bleibt in Teilen Mittel-, Ost- und Südeuropas ein relevanter Faktor im E-Commerce, berichtet Tech.eu. Sie senke vor allem bei Erstkäufen unbekannter Marken und höherpreisigen Warenkörben die Hemmschwelle. Entscheidend sei der Anteil tatsächlich angenommener Sendungen, der aber in starken Märkten zwischen 75 und 85 Prozent liege. Durch zeitnahe Maßnahmen des Kundendiensts beim drohenden Scheitern der Zustellung lasse sich die Quote um 10 bis 15 Prozentpunkte heben.

Sparsamkeit schlägt Liefergeschwindigkeit
Online-Shopper zahlen nur noch ungern für höheres Liefertempo, zitiert Fashionunited.com eine ICSC-Umfrage. 90 Prozent würden für Preisnachlässe bereitwillig mit Wartezeit zahlen. Großes Aber: 70 Prozent hätten den Versand trotzdem gerne schnell und kostenlos. Außerdem sagten 67 Prozent, dass Rückgabegebühren ihre Kaufbereitschaft spürbar senken würden; und 65 Prozent wären bereit, ihren Online-Händler der Wahl wegen langsamen Versands zu wechseln.
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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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