Fachhändler wehren sich gegen Karstadt-Hilfe
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Fachhändler wehren sich gegen Karstadt-Hilfe

In einem offenen Brief lehnt der Verband Deutscher Sportfachhandel eine Staatsbürgschaft für Karstadt ab: Das Unternehmen habe sich „selbst in Schwierigkeiten gebracht".

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
2 Min.Aktualisiert am
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Update (Juli 2026)

Dieser Beitrag stammt aus dem Jahr 2009, als über eine Staatsbürgschaft für den damaligen Karstadt-Konzern (Arcandor) debattiert wurde. Die Warenhauskette firmiert heute als Galeria und steht erneut unter Druck. Nach der dritten Insolvenz Anfang 2024 gehört das Unternehmen der US-Investmentgesellschaft NRDC um Richard Baker sowie einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Aktuell stehen Medienberichten zufolge 33 Filialen auf dem Prüfstand; Geschäftsführer Tilo Hellenbock kündigte an, jeden Standort „einzeln und ergebnisoffen“ zu prüfen. Ein Notkredit von bis zu 160 Millionen Euro der US-Gesellschaft Gordon Brothers ist den Berichten zufolge an einen Sanierungsplan mit weiteren Schließungen geknüpft. Die Gewerkschaft ver.di stellt inzwischen die Frage nach einer möglichen vierten Insolvenz. Der Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben rund 12.000 Menschen.

In einem offenen Brief lehnt der Verband Deutscher Sportfachhandel eine Staatsbürgschaft für Karstadt ab: Das Unternehmen habe sich „selbst in Schwierigkeiten gebracht". Im offenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg macht der Verband darauf aufmerksam, dass die Schieflage der Wettbewerber Karstadt und Karstadt Sport nichts mit der vorliegenden allgemeinen Finanzkrise zu tun habe.

Eine „ausführlichen Rücksprache“ mit den beiden großen mittelständischen Branchen-Verbundgruppen Intersport und Sport 2000 habe die Verbandsauffassung bestätigt, wonach sich Karstadt mit seinen Sportabteilungen „durch einen jahrelangen, gnadenlos über den Preis geführten Verdrängungswettbewerb selbst in die augenblickliche Lage gebracht hat.“

Staatshilfe „nicht nachvollziehbar“

„Als mittelständische Fachhändler haben wir all die Jahre diesem Wettbewerb unter großen Anstrengungen standgehalten und mit minimalen Gewinnen unsere Marktposition gehalten“, heißt es in dem Brief.

Deshalb wäre es nicht nachvollziehbar, „wenn es eine kurzfristige Entscheidung der Bundesregierung gäbe, dem Ersuchen des Konzerns um eine Bürgschaft in Höhe von über 600 Millionen Euro nachzukommen.“

Die Verbandsspitze kritisiert das Geschäftsgebaren des Konkurrenten scharf: „Im Gegensatz zur ehemaligen Karstadt-Quelle AG sind wir mit unseren Investitionen sorgfältig umgegangen und haben nicht mehr ausgegeben als wir eingenommen haben.“

Der Brief wurde vom VDS-Präsidenten Werner Haizmann sowie von Klaus Jost, Vorstand der Intersport eG, unterschrieben.
 

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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