Familie Reimann greift nach Direktvermarkter Avon

Familie Reimann greift nach Direktvermarkter Avon

Kaum einer kennt die Reimanns - dabei sind sie eine der reichsten deutschen Familien. Jetzt wollen sie den legendären amerikanischen Kosmetik-Direktvermarkter Avon übernehmen.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Der Grundstein für ein Firmenimperium ist gelegt. Das Imperium der Familie Reimann. Und eben diese Reimanns, die zurückgezogen im Rhein-Neckar-Raum leben, greifen heute nach dem bekannten amerikanischen Kosmetik-Direktvertrieb Avon.

Rund zehn Milliarden Dollar (7,5 Mrd Euro) wollen sie sich den Coup kosten lassen. Avon sträubt sich zwar und sagt, der Preis sei zu niedrig. Doch es ist nicht ausgeschlossen, dass die Reimanns nachlegen.

Reimanns scheuen das Licht der Öffentlichkeit

Die Erben der Gründer sind steinreich. In der Liste der 500 reichsten Deutschen des "Manager Magazins" stehen sie auf Platz sechs mit einem geschätzten Vermögen von acht Milliarden Euro. Mehr Besitz haben demnach nur noch die Aldi-Sippe Albrecht, Lidl-Gründer Dieter Schwarz, die Handelsdynastie Otto und BMW-Großaktionärin Susanne Klatten.

Doch wie viele Milliardäre scheuen die Reimanns das Licht der Öffentlichkeit. Es ist kaum etwas über sie bekannt. Vier Adoptivkinder erbten einst die Anteile. Heute hält die Familie etwas mehr als 15 Prozent an dem börsennotierten Konsumgütermulti Reckitt Benckiser, der unter anderem das Gesichtswasser Clerasil oder Kukident-Haftcreme für dritte Zähne herstellt.

Der Clan steht auch hinter dem Luxusmarken-Sammelsurium Labelux und dem Parfümkonzern Coty, der Düfte wie Davidoff und Calvin Klein vertreibt.

Coty ist jenes Unternehmen, über das die Reimanns nun Avon übernehmen wollen. Mit dem milliardenschweren Angebot hat sich die Familie diese Woche ins öffentliche Interesse gerückt.

"Stabilität finden wir gut"

Die Reimanns zählen zwar zu den reichsten Bürgern Deutschlands, doch führen sie ein eher zurückgezogenes Leben. Diese Scheu vor der Öffentlichkeit gilt auch fürs Geschäft, das die Familie Reimann lieber außenstehenden Managern überlässt. Die Fäden laufen in der Holding Joh. A. Benckiser zusammen, die von Peter Harf geführt wird. Im Gegensatz zu den Familienmitgliedern gibt Harf ab und zu Interviews.

"Stabilität finden wir gut", sagte Harf vor eineinhalb Jahren der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Nicht viele verschiedene Objekte, sondern eine Investition alle paar Jahre sei die Linie, die die Reimanns verfolgen wollten.

So sind schon einige Firmen unters Dach der Reimann-Holding gekommen, die sich neben den Reinigungsmitteln damit ein zweites Standbein mit Luxusartikeln, Parfüms und Kosmetika aufgebaut hat. Ein Erfolg bei Avon wäre die Krönung aller Mühen.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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