Banken und Fintechs: Kooperation statt Gemetzel

Banken und Fintechs: Kooperation statt Gemetzel

Die jungen Wilden bringen die großen Banken ins Schwanken? Diese Aussage stimmt so nicht (mehr): Die größten Finanzinstitute hierzulande investieren immer häufiger in junge Finanzfirmen - darunter auch viele, die im E-Commerce unterwegs sind. Welche Fintechs profitieren vom Geld und der Kundenreichweite der alten Garde?

MSMarion SchalkRedakteurin
2 Min.· Aktualisiert am
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Von wegen abgehängt: Es hat ein wenig gedauert, bis die meisten hiesigen Finanzinstitute erkannt haben, dass die Zusammenarbeit mit Fintechs das eigene Geschäftsmodell unterstützen kann. Warum für teuer Geld in-house neue digitale Angebote entwickeln, wenn sie draußen auf dem Markt billiger eingekauft werden können?

"Fintechs sind Chance, nicht Bedrohung"

Banken und Sparkassen suchen deshalb mittlerweile den Schulterschluss mit den Jungen Wilden. Eine aktuelle Umfrage der Beratungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers unter Banken und Fintechs zeigt, dass rund 88 Prozent der befragten Banken Kooperationen mit den neuen Dienstleistern in ihrer Digitalisierungsstrategie vorsehen. Die etablierten Geldhäuser wollen Anwendungen der Fintechs in ihre eigenen Systeme integrieren, entwickeln gemeinsam mit ihnen neue Angebote oder beteiligen sich gleich am Unternehmen selbst.

"Die UniCredit sieht Fintechs als komplementär zu Banken", sagt etwa ein Sprecher der UniCredit-Tochter HypoVereinsbank, fünftgrößte Bank in Deutschland. "Fintechs können den bereits laufenden Transformationsprozess in der Finanzdienstleistungsbranche ergänzen, deshalb sehen wir sie als Chance und nicht als Bedrohung." Zu Beginn der Fintech-Welle wurde das traditionelle Geldhaus von den Jungen Wilden gerne als veraltetes und unbewegliches Unternehmen der aussterbenden Art verspottet.

Davon ist nun nicht mehr viel zu hören: Die Fintechs profitieren nicht nur vom Geld der alten Garde, ihnen erleichtert eine Kooperation oder Beteiligung auch den Zugang zum Markt und die Erfüllung zahlreicher Regulierungsvorgaben.

Commerzbank hält die meisten Beteiligungen

Mit Abstand aktivsten in der Fintech-Szene unterwegs ist die Commerzbank. Insgesamt zählt das dritttgrößte Institut derzeit (Stand: Februar 2019) 28 Beteiligungen über ihre Investment-Vehikel Commerz Ventures und Main Incubator.

Aber die anderen Schwergewichte holen auf. Lange passierte bei der Deutschen Bank, trotz aller Schwierigkeiten immer noch das größte Finanzinstitut in Deutschland, wenig in Sachen Fintech; vor fünf Jahren kooperierte das Geldhaus das erste Mal mit einem Fintech: Mit Strands entwickelte die Bank ein digitales Haushaltsbuch für das Online- und Mobile-Banking, den Finanzplaner, der im Anschluss mit Figo weiter zu einem Multibanking Finanzplaner entwickelt wurde.

Seit einiger Zeit investiert der Branchenprimus aber dafür umso mehr. Wo überall, das zeigt unsere Fotogalerie. Wir haben zusammengetragen, welche Fintechs Geld von den fünf größten Banken in Deutschland bekommen. Nicht wenige von ihnen tummeln sich auch im E-Commerce.

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Geschrieben vonMarion Schalk

Redakteurin

Marion Schalk, 37, ist Redakteurin bei Der Handel und etailment.de. Sie schreibt hauptsächlich über den Handel und das liebe Geld: Finanzierung, Payment, Geldanlage, Investionen, Unternehmensnachfolge. Regelmäßig berichtet sie auch über große und kleine Handelsunternehmen und deren Weg in die digitale Zukunft. Als leidenschaftliche Online-Shopperin kennt sie die kleinen und großen Fallstricke von Multi- oder Omnichannel-Konzepten - und weiß um den wichtigsten Aspekt: Der Kunde! Marion Schalk kam von WSJ.de: als Mitglied des Gründungsteams das digitale Wall Street Journal Deutschland auf den Weg gebracht. Davor war sie Redakteurin in der Wirtschaftsredaktion von T-Online, in den Anfangsjahren ihres Berufslebens arbeitete sie als PR-Beraterin bei Publicis und in der Pressestelle von T-Online International. Sie studierte Politikwissenschaft und Germanistik und schloss ihr Master Degree mit Auszeichnung ab. Sie finden die Autorin bei Twitter unter dem Namen @mschlk, bei LinkedIn und Xing. Telefon Nr. +069 7595 1695 E-Mail: schalk@derhandel.de

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