Frech, frivol, feige: So (un)romantisch wirbt der Onlinehandel zu Weihnachten im TV

Frech, frivol, feige: So (un)romantisch wirbt der Onlinehandel zu Weihnachten im TV

Gehören Sie auch zu den Menschen, die nur Arte, 3Sat und Watchever gucken? Dann bekommen Sie die besten Weihnachts-Spots der E-Commerce-Anbieter gar nicht mit. Die dämlichsten Clips aber auch nicht. Und um die wäre es besonders schade. etailment hat dorthin geschaut, wo es weh tut und dorthin, wo ein großes Jauchzen und Frohlocken ist.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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#BL-6618#Gehören Sie auch zu den Menschen, die nur Arte, 3Sat und Watchever gucken? Dann bekommen Sie die besten Weihnachts-Spots der E-Commerce-Anbieter gar nicht mit. Die dämlichsten Clips aber auch nicht. Und um die wäre es besonders schade. etailment hat dorthin geschaut, wo es weh tut und dorthin, wo ein großes Jauchzen und Frohlocken ist.

Typisch Media-Markt. Macht den Weihnachtsmann zur Lachnummer seiner WG-Sitcom. Auch typisch Media-Markt. Die Kommentar-Funktion bei Youtube wurde feige deaktiviert.

Der zweite Spot von Valmano , dem Online Shop für Uhren und Schmuck, schickt Signor Valmano auf eine Geschenke-Mission. Schräg gegen den Weihnachtskitsch gebürstet und genau richtig, wenn man Weihnachten lieber Barry White als Jingle Bells hört – oder gleich Walter Jackson aus dem Spot. Zugegeben: Signor Valmano hat mich zunächst verstört und ratlos gemacht. Inzwischen muss ich sagen: swag.

Wichtigstes Learning aus dem Spot von Geschenke.de, gegen den ein Handzettel eine spannende Graphiv Novel ist: Es gibt im Webshop jede Menge Kram, der sich gut zum Schlimm-Wichteln eignet.

Zur Weihnachtsmann-Werbung von Zalando haben wir hier schon alles gesagt. Was wir nicht erwähnten: Sie dürfte funktionieren. Binnen Tagen gab es allein bei Youtube schon knapp 60 Kommentare.

Falls es irgendwo im Web eine Anwendung gibt, mit der man mit wenigen Klicks einen Weihnachtsspot selbst erstellen kann, dann würde der Film vermutlich so aussehen wie beim Kindermode- und Spielwaren-Anbieter mawaju. Lächelnde Kinder, Weihnachtsbaum, Geschenke. Texteinblendungen mit Animationen. Fertig. Der Spot verfügt somit über alle nötigen Default-Einstellungen. Immerhin – passend zum Slogan - lächeln die Kinder.

Vielleicht soll der lange Wunschzettel im Weihnachts-Werbespot von myToys die Umsatz-Hoffungen des Versenders aufzeigen, womöglich aber auch nur das große Sortiment demonstrieren. In jedem Fall setzt der Spot weniger auf Festtagsstimmung als auf den Preishebel.

Okay. Das ist vielleicht der romantischte Spot in diesem Winter. Das Kind im Weihnachtsfilm von Otto glaubt irgendwie vielleicht noch an den Weihnachtsmann. Zumindest stellt der Junge fest, dass es nicht die Eltern sein können, die die Geschenke bringen. Extra-Punkte gibt es für das Shining-Zitat.

Wichtigste Frage zum – naja – ganz netten Weihnachtsspot von Depot: Welcher Song ist das?



Falls es in deutschen Wohnstuben unter dem Weihnachtsbaum millionenfach raschelt, weil im Geschenkekarton unter dem Weihnachtsbaum ein Hamster herumtapst, dann ist dafür eBay verantwortlich. Die weihnachtlichen Geschichten um den Hamster Hank und Hund Riley sind herzallerliebst. Fast noch besser als die Otto-Kampagne.

Ah. Okay. Der Weihnachtsmann kauft bei Danato.com und scheint auf Augmented Reality zu stehen. Oder war es Donata? Der Spot macht mich ganz wuschig mit all den Gimmick-Einblendungen.

Na gut. Der Spot von Spreadshirt soll hemdsärmelig, handgemacht und ein bisschen schräg wirken. Kann man, ebenso wie den Comic-Stil, gut finden oder öde. Kann in der Form aber genauso auch Ostern, Allerheiligen oder am 1.Mai laufen.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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