
Für eilige Dienstwagenfahrer
Bei den Kombis lassen die Automobilhersteller keine Nische aus. Die Redaktion von Der Handel hat drei Modelle getestet. Früher wurden Autos gerne tiefer.
Thomas RehmRedakteurSkoda Octavia Scout
Vor allem der Volkswagen-Konzern tut sich hier hervor. VW bietet mit Polo, Golf und Touran gleich drei aktuelle Modelle im „Trekkinganzug" - auch die tschechische Tochter Skoda schließt sich der legeren „Kleiderordnung" an und offeriert den Octavia Combi in der Version „Scout".
Doch anders als die Wolfsburger Mutter, verfügt der Octavia nicht nur über schützende Rundum-Plastik-Schürzen sondern zudem über Allradantrieb und eignet sich daher auch tatsächlich für die Dienstfahrt auf unwegsamen Routen. Unter dem Blech verbirgt sich nicht nur im Motorraum mit dem konzernweit eingesetzten 2,0-Liter-Selbstzünder VW-Technik.
Auch das Allradsystem vom schwedischen Hersteller Haldex wird im Markenverbund genutzt. Die Kupplung kann dabei die Antriebskräfte stufenlos zwischen Vorder- und Hinterachse verteilen - so ist die maximale Traktion jeweils dort vorhanden, wo sie gebraucht wird. Das System schmälert das Kofferraumvolumen nicht und wirkt sich, anders als bei vielen Allradmodellen, zudem kaum negativ auf den Kraftstoffkonsum aus.
Peugeot 207 SW
Im Outdoor-Outfit zeigt sich auch Peugeots kleinster Kombi, der 207 SW. Dazu muss der Kunde allerdings die Kleinwagen-Preisregion verlassen und zum Top-Modell „Escapade” für mindestens 18.750 Euro greifen.
Der empfehlenswerte, weil sparsame, durchzugsstarke und leise Diesel mit 80 kW/109 PS kostet bereits 20.650 Euro. Und mit einigen Extras wie die Zwei-Zonen-Klimaanlage (510 Euro), die Einparkhilfe (360 Euro) oder dem Navigationssystem mit vorbildlich großem Display (2.150 Euro) lässt sich der pfiffige Franzose vollends zum Lifestyle-Gefährt umwandeln.
Die geteilt zu öffnende Heckklappe sowie ein riesiges Panorama-Glasdach sind weitere Alleinstellungsmerkmale des Peugeot. Doch der kleine Löwen-Kombi versprüht nicht nur Charme, er verfügt mit seinem gut nutzbaren Gepäckabteil (1.258 Liter maximaler Stauraum), der soliden Verarbeitung und der gut zur Hand liegenden Radio-Bedienung vom Lenkrad aus auch über ganz praktische Argumente.
Das gilt zudem für den Antrieb, der den stattlichen Kaufpreis an der Tankstelle vergessen lässt. Im Alltagstest von Der Handel kam der 1,6-Liter mit 5,6 Litern auf 100 Kilometern aus und empfiehlt sich damit allen Flottenbetreibern, die auf Ökologie und Ökonomie achten.
Mazda 6 Sport-Kombi
Obwohl der Preisvorteil des Diesels nach den jüngsten Eskapaden an den Zapfsäulen dahin ist, sind Selbstzünder aufgrund der günstigeren Verbrauchswerte vor allem bei Vielfahrern noch immer erste Wahl. Das weiß auch Mazda und legte besonderen Wert darauf, dass die erst vor wenigen Wochen eingeführte Kombi-Variante des Mittelklasse-Modells Mazda 6 auch vom Start weg über einen Diesel verfügt.
Der leistet 103 kW/140 PS und schiebt den stattlichen Frachter, zumal beladen, eher gemächlich an. Im unteren Drehzahlbereich fällt die Leistung stark ab, sodass häufiges zurückschalten angesagt ist. Auch an Steigungen entpuppt sich der 2,0-Liter-Antrieb nicht gerade als Temperamentsbündel. Dafür überzeugen Laufruhe und Verbrauch: Im Alltagstest kam der Japaner mit 6,4 Litern aus. Und für eiligere Dienstwagenfahrer verspricht Mazda zum Jahresende einen stärkeren Selbstzünder.
Trotz der sportlich-dynamischen Silhouette bleiben praktische Kombi-Tugenden nicht auf der Strecke. Bis zu 1.751 Liter Stauvolumen und die 1,93 Meter lange Ladefläche sind beachtlich. Zudem verfügt der Mazda 6 über einen doppelten Ladeboden mit einer Kunststoffeinlage, die allerlei Kleinutensilien aufnimmt. Mustergültig einfach gestaltet sich auch das Umklappen der Rücksitzbank und die Laderaumabdeckung schwingt beim Öffnen der Heckklappe mit nach oben.
Bernd Nusser

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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