
Gericht erhöht den Druck auf Sigmar Gabriel
Sigmar Gabriel kommt im Edeka-Tengelmann-Deal immer mehr in Erklärungsnot. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht untermauert seinen Befangenheitsvorwurf an den Bundeswirtschaftsminister.
David WöllensteinRedakteurHier ein Zufallsfund, dort vertrauliche Kontakte
Der Kartellsenat bemängelte außerdem, dass die Stellungnahme Edekas zum konkurrierenden Rewe-Übernahmeangebot den anderen Verfahrensbeteiligten nur durch einen "Zufallsfund" bekannt geworden sei. Zudem habe die weitere Auswertung der Akten zum Ministererlaubnisverfahren Anhaltspunkte für den Verdacht ergeben, dass verfahrensführende Beamte des Ministeriums mit Wissen Gabriels zwei Mal vertraulichen Kontakt mit Edeka-Verantwortlichen gehabt hätten, und dass der Zeitplan für die Bekanntgabe der Nebenbestimmungen zur Ministererlaubnis mit dem Edeka-Chef vertraulich vorab besprochen worden sei.
Der Wirtschaftsminister und SPD-Chef hatte Deutschlands größtem Lebensmittelhändler Edeka im März unter massiven Auflagen grünes Licht für die umstrittene Übernahme der Kaiser's Tengelmann-Supermärkte gegeben und damit ein Verbot des Bundeskartellamts ausgehebelt. Doch wurde die Ausnahmegenehmigung in der vergangenen Woche vom Düsseldorfer Oberlandegericht gestoppt.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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