
Geschmacklos? Dating-Portal BetterDate schickt Frauen auf Männerkauf
Von PR verstehen sie etwas, die Macher der Dating-Plattform BetterDate. Schlagzeilentauglich ordnet sich das Portal als "Sex and the city meets Zalando" ein. Doch die Mechanik mit der sich BetterDate in der Datingbranche absetzen will, klingt ein wenig halbseiden: Frauen shoppen Männer.
Von PR verstehen sie etwas, die Macher der Dating-Plattform BetterDate. Schlagzeilentauglich ordnet sich das Portal als "Sex and the city meets Zalando" ein.
Doch die Mechanik mit der sich BetterDate in der Datingbranche absetzen will, klingt ein wenig halbseiden: Frauen shoppen Männer.
Die Frauen können die Männer ihrer Wahl als Produkt in den Warenkorb legen, woraufhin es den Männern erst möglich gemacht wird mit den Damen in Kontakt zu treten. Männer registrieren sich als “Produkte” oder gar kostenpflichtig als "Luxusgut", um besser und schneller auf eine "Einkaufsliste" der Frauen zu kommen.
Das Dating-Portal von den Machern der Rocket-Internet-Partnervermittlung eDarling setzt bewusst auf die Provokation: "Zugegeben, ein bisschen unverschämt ist es, die Herren der Schöpfung als Ware zu behandeln. Aber Jungs, seht es als Chance: wenn ihr euch statt Feinripp-Felix als Luxus-Lukas darstellen könnt, dann werden sich die Frauen regelrecht auf euch stürzen", heißt es auf der Website.
Kontaktiert werden können die Männer erst, wenn sie von den Frauen in den Einkaufskorb gelegt wurden. Das soll den Damen die völlige Kontrolle über den gesamten Dating-Prozess verschaffen.
Männer indes, die sich immerhin die Steckbriefe der Frauen ansehen können, werden so zum Produkt degradiert und im TV-Spot zu Schaufensterpuppen.
Man stelle sich einmal die umgekehrte Mechanik vor: Männer würden in einem Dating-Portal Frauen "shoppen". Die Vergleiche wären schnell bei der Hand.
Immerhin: Die Mechanik und PR-Positionierung ist clever. Sie macht schnell klar, dass Frauen beim Datingprozess (Achtung schlechter Wortwitz) Herr im digitalen Haus sind.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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