
Goldman Sachs lenkt im Karstadt-Mietstreit ein
Im Streit über die Karstadt-Mieten zeichnet sich eine Einigung ab. Die Bank Goldman Sachs, die 51 Prozent am Vermieterkonsortium Highstreet hält, ist zu weiteren Zugeständnissen bereit.
David WöllensteinRedakteurDer neue Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen fordert günstigere Mietkonditionen. Ohne Einigung kann der Kaufvertrag nicht umgesetzt werden. Wie die Lösung aussieht, sagte Dibelius nicht. Auch die übrigen Beteiligten in den Karstadt-Verhandlungen reagierten am Sonntag verhalten.
Valovis Bank ist Zünglein an der Waage
"Wenn es gelingt, eine Einigung zwischen Herrn Berggruen und dem Vermieterkonsortium Highstreet zu erzielen, so soll uns das freuen, sofern unser Kredit im vereinbarten Rahmen abgesichert ist", sagte der Vorsitzende der Valovis Bank, Robert K. Gogarten. Die Bank ist einer der großen Kreditgeber von Highstreet und indirekt mit dem Unternehmen Karstadt verbunden. Sie hat sich bislang einigen Berggruen-Forderungen widersetzt.
Die frühere Karstadt Hypothekenbank - heute Valovis Bank - spielt eine entscheidende Rolle bei der Übernahme der Warenhauskette Karstadt durch den amerikanisch-schweizerischen Investor Berggruen.
Die Valovis Bank hatte dem Immobilienkonsortium Highstreet 850 Millionen Euro geliehen und so zum Kauf von 86 Karstadt-Warenhäusern beigetragen. Zur Sicherheit wurden 53 Häuser, darunter das Berliner Vorzeigekaufhaus KaDeWe, an die Valovis Bank verpfändet.
Gläubiger müssen noch zustimmen
Berggruen-Sprecher Wolfgang Weber-Thedy sagte: "Gerne erwarten wir die verbindliche Bestätigung und Unterschrift durch die zuständigen Verhandlungspartner von Highstreet."
Ähnlich äusserte sich Verdi-Vizechefin Margret Mönig-Raane: "Wir vertrauen darauf, dass Goldman-Sachs-Chef Dibelius mit seiner Einschätzung Recht hat, dass die Investoren und Gläubiger von Highstreet der gefundenen Einigung zustimmen."
Für diesen Mittwoch hat Highstreet zu einer Gläubigerversammlung nach London eingeladen. Dort müssen alle Highstreet-Beteiligten einem Gesamtlösungspaket, das auch Mietminderungen beinhaltet, zustimmen.
Nimmt auch Berggruen und der Karstadt-Gläubigerausschuss die Lösung an, kann das Insolvenzgericht am 10. August den Insolvenzplan annehmen. Karstadt mit allen 25.000 Mitarbeitern und 120 Häusern wäre dann gerettet. "Wir gehen von einer Zustimmung aller Gläubiger aus und hoffen, dass die Berggruen-Holding jetzt im Sinne aller Karstadt-Mitarbeiter handelt", sagte Dibelius.
dpa
Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.
Eine Bildergalerie zur Geschichte von Karstadt finden Sie hier.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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