"Gute" Hacker suchen Sicherheitslücken

"Gute" Hacker suchen Sicherheitslücken

Sie suchen nach Schwachstellen im Internet, um kriminellen Angreifern zuvorzukommen. "Gute" Hacker wollen die digitale Welt sicherer machen. Ein Nachwuchstalent kommt aus Bremen.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Ziegler hat die Aufgabe aus einem deutschlandweiten Hackingwettbewerb gelöst - bei der "Cyber Security Challenge Germany" im September in Berlin dauerte das allerdings länger. "Es braucht Zeit, um zu erkennen, ob eine Lücke ausnutzbar ist", sagt der junge Mann, der an der Universität Bremen seine Masterarbeit im Bereich IT-Sicherheit schreibt. Seit er im Team mit vier anderen Studierenden den vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Wettbewerb gewann, zählt er zu den besten deutschen Nachwuchshackern.

Lücke schließen, bevor "echte" Hacker sie finden

"Ich möchte dem eigentlichen Angreifer zuvorkommen», beschreibt der dunkelhaarige junge Mann in Jeans, Baumwollpulli und Turnschuhen sein Hobby, mit dem er bald Geld verdienen will. "Ich möchte die Lücke schließen, bevor ein anderer Schaden anrichtet." Den ersten Arbeitsvertrag für die Zeit nach dem Studium hat Ziegler bereits unterschrieben - als Software-Tester für eine Bremer Firma. "Es könnte sein, dass es später Richtung IT-Sicherheit geht", sagt er. Dann würde er im Auftrag des Unternehmens Sicherheitslücken finden.

Was passiert, wenn kriminelle Hacker Schwachstellen finden, hat der IT-Branchenverband Bitkom ausgerechnet. Demnach beträgt der jährliche Schaden durch digitale Wirtschaftsspionage, -sabotage und Datendiebstahl in Deutschland rund 51 Milliarden Euro. "Von kriminellen Hackern geht eine große Gefahr aus", sagt Bitkom-Sprecher Maurice Shahd. Umso wichtiger seien "gute" Hacker. "Sie sind eine zusätzliche Qualitätskontrolle."

IT-Nachwuchs dringend gesucht

Wie notwendig Nachwuchs für die IT-Branche ist, betont der Leiter des Instituts für Internet-Sicherheit an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen, Norbert Pohlmann. "Der Fachkräftemangel ist ein Riesenproblem", sagt der Professor. Viele große Unternehmen suchten gute IT-Sicherheitsleute, die ihnen helfen können, Technologien sicherer aufzubauen, damit sie nicht gehackt werden können.

Pohlmann sieht noch einen weiteren Grund für die Förderung von "guten" Hackern. "Wir müssen uns in Zukunft darauf einstellen, dass Kriege übers Internet geführt werden. Andere Länder werden unsere Stromversorgung ausschalten, unsere Lebensmittelversorgung unterbrechen. Wir brauchen die intelligentesten Menschen, die uns helfen, das zu verhindern."

Coole Hollywood-Szenarien

Genau solche Szenarien weckten bei Ziegler das Interesse am Hacken. Als er sah, wie Kriminelle im Actionfilm "Stirb langsam 4.0" aus dem Jahr 2007 ein riesiges Computernetzwerk in den USA unter ihre Kontrolle bringen, wollte er wissen, wie Hacker arbeiten. "Das sah so cool aus", erzählt er. Obwohl er schnell feststellte, dass die Darstellung übertrieben war, faszinierte ihn das Thema. Er lernte sechs verschiedene Programmiersprachen und bildete sich mit Übungen im Internet fort.

Dass die meisten Menschen bei dem Begriff Hacker an Kriminelle denken, wundert ihn. "Für mich ist ein Hacker Jemand, der sich dafür interessiert, wie Software funktioniert und wie man sie sicherer machen kann." Um bei Gesprächen falsche Assoziationen zu vermeiden, streut Ziegler deshalb ab und zu ein, dass er ein "guter" Hacker ist.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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