
HDE kämpft für Bundesbank-Filialen
Die Bundesbank will 14 Filialen schließen. Der Einzelhandelsverband protestiert dagegen und fürchtet viele Nachteile für die Bargeldversorgung.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentHöheres Überfallrisiko befürchtet
Werde sie verwirklicht, müssten Händler in abgelegenen Regionen erheblich längere Transportwege in Kauf nehmen. Bei den übrig gebliebenen Filialen dürfte es "zu langen Wartezeiten und damit weiter erhöhten Kosten bei den Transportdienstleistern" kommen.
Die Bargeldversorgung über private Dienstleister sei zu riskant, wie Betrugsfälle in der Vergangenheit gezeigt hätten, argumentierte Genth. Rund 60 Prozent der Einzelhandelsumsätze werden laut HDE noch mit Bargeld abgewickelt.
"Schlag für den Einzelhandel"
Auch der bayerische Landesverband des HDE beklagt die geplante Schließung der Filialen. "Das wäre ein schwerer Schlag für den Einzelhandel vor Ort", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Aigner.
Dem Vorschlag der Bundesbank, die Bargeldversorgung privaten Dienstleistern zu übertragen, lehnt Aigner ab. "Die Bundesbank hat die hoheitliche Aufgabe, die Versorgung der Wirtschaft mit Bargeld zu sichern. Nur staatliche Stellen können das in diesem Bereich hohe Sicherheitsbedürfnis der Wirtschaft garantieren", betonte der Hauptgeschäftsführer.
800 Bundesbank-Mitarbeiter betroffen
Geschlossen werden sollen nach Bundesbank-Angaben die Filialen in Aachen, Augsburg, Bayreuth, Bremen, Cottbus, Dresden, Duisburg, Flensburg, Gießen, Kassel, Kiel, Lübeck, Lörrach und Memmingen. 800 Mitarbeiter wären von den Schließungen betroffen.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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