Hollister soll Mitarbeiter bespitzelt haben

Hollister soll Mitarbeiter bespitzelt haben

Gut aussehende und gut gelaunte Verkäufer sind das Markenzeichen von Hollister. Hinter den Kulissen der Kultmarke geht es offenbar weniger lustig zu: Mitarbeiter sollen systematisch überwacht worden sein.

USUlrike Sanz GrossónRedakteurin
2 Min.· Aktualisiert am
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Die Personalpolitik des US-Unternehmens steht schon länger in der Kritik der Gewerkschaften - insbesondere die Tatsache, dass Hollister fast ausschließlich mit befristeten Verträgen arbeitet. Der Grund liegt nahe, schließlich arbeiten in den Filialen ausschließlich junge attraktive Menschen unter 25 Jahren. Gewerkschafter sehen darin eine Form der Altersdiskriminierung.

Mitarbeiter unter Generalverdacht

Schwerer noch als die fragwürdige Personalpolitik des US-Unternehmens wiegen die Vorwürfe, die jetzt ans Licht kamen. So berichtet die "Welt" von Mitarbeitern, die jedesmal beim Verlassen des Ladens von - teils andersgeschlechtlichen - Vorgesetzten abgetastet wurden. Andere ehemalige Hollister-Angestellte seien wiederholt darauf hingewiesen worden, dass sie in jedem Geschäftsraum und im Lager ständig per Kamera überwacht würden.

Hollister ließ über seine Anwälte mitteilen, die Kameras würden ausschließlich zur Verhinderung von Ladendiebstählen eingesetzt, eine "Live-Überwachung" der Mitarbeiter bestreitet das Unternehmen. "Es erzeugt schon eine unangenehme Atmosphäre, wenn man vom Arbeitgeber unter Generalverdacht gestellt wird", wird jedoch ein Betroffener zitiert.

Einladungen zur Betriebsversammlung abgerissen

Im vergangenen Jahr hätten Hollister-Manager in der Oberhausener-Filiale offenbar die Gründung eines Betriebsrates gezielt verhindert, berichtet die "Welt" weiter. Einladungen zu einer Betriebsversammlung seien vom Aushang entfernt worden. Anschließend seien sämtlichen Mitarbeitern, die sich für einen Betriebsrat eingesetzt hatten, Aufhebungsverträge mit großzügigen Abfindungen angeboten worden, die alle angenommen hätten.

Der Kultstatus, den die Marke Hollister bei Jugendlichen genießt, lebt von dem entspannten, lockeren Lebensgefühl der kalifornischen Surfer. Dazu wollen die Vorwürfe, denen sich das Unternehmen jetzt ausgesetzt sieht, so gar nicht passen. Der Mutterkonzern Abercrombie & Fitch will sich zu der Thematik dennoch nicht äußern.

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Geschrieben vonUlrike Sanz Grossón

Redakteurin

Ulrike Sanz Grossón schreibt seit 2017 auf etailment.de über die digitalen Konzepte großer und kleinerer Einzelhandelsunternehmen. Die studierte Germanistin und Amerikanistin war journalistisch zunächst als freie Mitarbeiterin in der Lokalredaktion der "Taunus-Zeitung" (Frankfurter Neue Presse) und bei "Horizont" tätig. Es folgte das Volontariat bei der "Lebensmittel Zeitung". Seit 2003 schreibt sie als Redakteurin für verschiedene Publikationen des Deutschen Fachverlags.

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