
Hollister soll Mitarbeiter bespitzelt haben
Gut aussehende und gut gelaunte Verkäufer sind das Markenzeichen von Hollister. Hinter den Kulissen der Kultmarke geht es offenbar weniger lustig zu: Mitarbeiter sollen systematisch überwacht worden sein.
Mitarbeiter unter Generalverdacht
Schwerer noch als die fragwürdige Personalpolitik des US-Unternehmens wiegen die Vorwürfe, die jetzt ans Licht kamen. So berichtet die "Welt" von Mitarbeitern, die jedesmal beim Verlassen des Ladens von - teils andersgeschlechtlichen - Vorgesetzten abgetastet wurden. Andere ehemalige Hollister-Angestellte seien wiederholt darauf hingewiesen worden, dass sie in jedem Geschäftsraum und im Lager ständig per Kamera überwacht würden.
Hollister ließ über seine Anwälte mitteilen, die Kameras würden ausschließlich zur Verhinderung von Ladendiebstählen eingesetzt, eine "Live-Überwachung" der Mitarbeiter bestreitet das Unternehmen. "Es erzeugt schon eine unangenehme Atmosphäre, wenn man vom Arbeitgeber unter Generalverdacht gestellt wird", wird jedoch ein Betroffener zitiert.
Einladungen zur Betriebsversammlung abgerissen
Im vergangenen Jahr hätten Hollister-Manager in der Oberhausener-Filiale offenbar die Gründung eines Betriebsrates gezielt verhindert, berichtet die "Welt" weiter. Einladungen zu einer Betriebsversammlung seien vom Aushang entfernt worden. Anschließend seien sämtlichen Mitarbeitern, die sich für einen Betriebsrat eingesetzt hatten, Aufhebungsverträge mit großzügigen Abfindungen angeboten worden, die alle angenommen hätten.
Der Kultstatus, den die Marke Hollister bei Jugendlichen genießt, lebt von dem entspannten, lockeren Lebensgefühl der kalifornischen Surfer. Dazu wollen die Vorwürfe, denen sich das Unternehmen jetzt ausgesetzt sieht, so gar nicht passen. Der Mutterkonzern Abercrombie & Fitch will sich zu der Thematik dennoch nicht äußern.
Redakteurin
Ulrike Sanz Grossón schreibt seit 2017 auf etailment.de über die digitalen Konzepte großer und kleinerer Einzelhandelsunternehmen. Die studierte Germanistin und Amerikanistin war journalistisch zunächst als freie Mitarbeiterin in der Lokalredaktion der "Taunus-Zeitung" (Frankfurter Neue Presse) und bei "Horizont" tätig. Es folgte das Volontariat bei der "Lebensmittel Zeitung". Seit 2003 schreibt sie als Redakteurin für verschiedene Publikationen des Deutschen Fachverlags.
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