
Hudson's Bay wickelt Kaufhof-Übernahme ab
Seit diesem Mittwoch gehört Kaufhof endgültig zur Hudson's Bay Company. Und die neue Konzernmutter hat mit den Deutschen viel vor. Kaufhofchef soll auf jeden Fall der alte bleiben.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentFür 2,8 Milliarden Euro hatten die Kanadier den Konzern der Metro abgekauft. Dafür gab es 102 Waren-, 16 Sport- sowie 16 Warenhäuser der belgischen Inno-Kette. Insgesamt 21.500 Kaufhofmitarbeiter wurden übernommen.
Mehr Premiummarken, Ausbau der digitalen Angebote
Noch in der ersten Jahreshälfte 2016 will HBC Änderungen bei Kaufhof vornehmen: Verbesserten Zugang zu attraktiven Premiummarken etwa. "Das Unternehmen rechnet mit einer beschleunigten Einführung neuer Marken, die bei deutschen und belgischen Kunden stark nachgefragt sind", heißt es. Zudem soll ein "substanzieller Ausbau" der Sortimente in den Bereichen Beauty, Schuhe und Handtaschen erfolgen. "Diese Sortimente sollen mehr Raum, neue Gestaltungen, neue Marken sowie ein erweitertes Serviceangebot erhalten."
Auch die digitalen Angebote von Kaufhof sollen ausgebaut werden. Es gelte dabei, E-Commerce, mobile Anwendungen und Social Media so kundenfreundlich wie möglich mit dem stationären Angebot zu verzahnen. Und schließlich soll die Verkaufsfläche vergrößert werden. Unproduktive Lager- und Büroflächen sollen dafür entsprechend umgewandelt werden.
"Darüber hinaus plant HBC perspektivisch die Einführung der Marken Saks Fifth Avenue und Saks OFF 5th im deutschen Markt", wird weiterhin mitgeteilt. Beides sind nordamerikanische Kaufhausmarken unter dem HBC-Dach, die letztere allerdings ein Modeoutlet.
Kaufhof-Sitz bleibt in Köln
HBC betont auch, sämtliche Zusagen einzuhalten, die im Zuge der Kaufhof-Übernahme vereinbart worden sind. Diese Passage betrifft offenbar die Gerüchte über einen Personalabbau beim deutschen Traditionsunternehmen. Vielmehr werde in Folge der neuen strategischen Aktivitäten der Bedarf an Mitarbeitern in den Warenhäusern und im Bereich E-Commerce perspektivisch ansteigen. Die Hauptverwaltung von Kaufhof bleibe in Köln. Zu HBC gehören nun 464 Warenhäuser in vier Ländern. Für das Geschäftsjahr erwartet der Konzern einen Jahresumsatz zwischen 14,5 und 15,5 Milliarden Dollar.
"Wir werden die Expertise und und Erfahrungen von HBC mit dem Fachwissen und der Kontiuität des Teams der Kaufhof-Gruppe vereinen", versicherte Don Watros, Chef von HBC international. Was er aber nicht sagt: Wie hoch die Investitionen in die neue deutsche Tochter ausfallen werden.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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