
Im Modehandel tobt die Rabattschlacht
Mit vorgezogenen Preisnachlässen bereits vor dem Sommerschlussverkauf wollen Textilhändler die schwache Nachfrage nach Sommerbekleidung ankurbeln.
David WöllensteinRedakteur"Mode ist derzeit extrem günstig. Die Nachlässe sind schon deutlich höher als zum gleichen Zeitraum des Vorjahres", sagte Siegfried Jacobs, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer vom Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE), der Zeitung "Die Welt". Die Lager seien für Mitte Juli sehr voll.
Hoffen auf besseres Wetter
"Der Lagerdruck ist sehr hoch", berichtete Jacobs. 2012 bleibe der Textilhandel bislang hinter dem Vorjahr zurück. Von Januar bis Juni ist nach Einschätzung des BTE ein Minus von zwei Prozent aufgelaufen.
"Bisher sind die Lager noch durchweg gut gefüllt", bestätigt ein Sprecher des HDE. Die Mehrheit der Konsumenten kaufe Bekleidung nach Bedarf, eine kleinere Gruppe aus modischen Gesichtspunkten. Bei Regen und kühlen Temperaturen sei der Bedarf nach Sommerbekleidung bisher noch nicht hoch gewesen. Der Handel hoffe auf besseres Wetter.
"Der Sommerschlussverkauf hat schon begonnen, bevor der Sommer da war", sagte die Textilmarktforscherin Petra Dillemuth von der GfK der Nachrichtenagentur dpa. Der Anteil der reduzierten Ware sei im ersten Halbjahr 2012 höher als in den Vorjahren gewesen. Die ersten Reduzierungen seien früh Anfang Juni zu beobachten gewesen.
"Wenn die Temperaturen steigen, kann der SSV noch ein Erfolg werden", betonte der Verbandssprecher. Der HDE hält an seiner bisherigen Prognose fest, wonach der Branchenumsatz des gesamten deutschen Einzelhandels in diesem Jahr nominal um 1,5 Prozent zunehmen wird.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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