Jacques-Antoine Granjon, CEO Vente Privée: Wir wollen einen „Wow“-Effekt auslösen

Jacques-Antoine Granjon, CEO Vente Privée: Wir wollen einen „Wow“-Effekt auslösen

Vente Privée, Vorbild aller Shopping-Clubs im Internet, war einmal so etwas wie der digitale Wühltisch für Markenmode. Das hat sich längst geändert. Dieser Tage präsentierte Punkrock-Legende Iggy Pop sein neues Album „Après“ in einer Vorpremiere exklusiv bei Vente Privée. Nun nimmt Europas erfolgreichster Online-Shopping-Club sogar die USA ins Visier. Im Gespräch mit etailment erklärt Gründer und CEO Jacques-Antoine Granjon, warum Brands4Friends kein Gegner ist, das eigene Couponing-Modell Ro...

OKOlaf KolbrückChefredakteur
4 Min.· Aktualisiert am
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Vente Privée, Vorbild aller Shopping-Clubs im Internet, war einmal so etwas wie der digitale Wühltisch für Markenmode. Das hat sich längst geändert. Dieser Tage präsentierte Punkrock-Legende Iggy Pop sein neues Album „Après“ in einer Vorpremiere exklusiv bei Vente Privée. Nun nimmt Europas erfolgreichster Online-Shopping-Club sogar die USA ins Visier.

Im Gespräch mit etailment erklärt Gründer und CEO Jacques-Antoine Granjon, warum Brands4Friends kein Gegner ist, das eigene Couponing-Modell Rosedeal besser ist als Groupon und Vente Privée keine Werbung nötig hat.

Ein Kollege, Kunde von Vente Privée,  sagte, ich solle Sie unbedingt fragen, wann Sie die Lieferungen beschleunigen und zuverlässiger werden?

Ihr Kollege hat recht. Die Lieferung sollte schneller werden. Wir versuchen daher, dem Kunden möglichst präzise Informationen zu geben und versuchen gleichzeitig, schneller zu werden. Aber wenn man dem Kunden erklärt, warum manche Lieferung länger dauert, hat er Verständnis dafür. In Sachen Zuverlässigkeit kann ich aber nicht zustimmen. Hier leisten wir bereits das Möglichste. Wenn die Kunden uns nicht vertrauen würden, würden sie nicht zurückkommen.

Punk-Legende Iggy Pop verkauft sein neues Album "Après" vorab über vente-privee.com. Welche Rolle spielt Entertainment in Ihrer Strategie?

Wir verkaufen eben nicht nur Marken-T-Shirts,  sondern bieten auch andere Angebote. Im Grunde geht es darum, Events zu kreieren  und Emotionen zu transportieren. Unter diesem Dach kann man die unterschiedlichsten Produkte verkaufen. Wir denken vor allem darüber nach, was bei den Kunden einen „Wow“-Effekt auslösen kann.

Wo sehen Sie größten Wachstumschancen?

Reisen ist ein wachsender Markt, Tickets ebenso, wir sind Online die Nummer 1 im Weinversand in Frankreich und entwickeln neue Ideen im Bereich Couponing. Wir werden den Verkauf von Gutscheinen ausbauen.

Ihr Couponing-Modell nennt sich Rosedeal.  Gutscheincodes können auf der Partner-Website oder im stationären Einzelhandel eingelöst werden. Ist das ein Anti-Groupon-Angebot?

Ja, es ist ganz klar Anti-Groupon. Groupon kreiert mit seinem System keine Kundenbindung und keine Loyalität für die Marken.  Rosedeal ist dagegen darauf ausgerichtet, eine langfristige Beziehung zwischen Marke oder Kunde aufzubauen. Es stärkt das traditionelle Vertriebsnetz der Markenpartner.

Wann holen Sie Brands4friends ein?

Brands4friends existiert doch im Grunde nicht mehr, seit sie von Ebay gekauft wurden. Es geht doch nicht nur darum, irgendein Produkt billig anzubieten.

Es geht um Qualität, Service, Aktualität und das Shopping-Erlebnis. Dann kommen die Leute wieder. Wir machen eben nicht nur irgendeine Art von E-Commerce, wir schaffen Events.

"Wir müssen den Kunden dabei unterstützen, einzukaufen, wann er will und wo er will."

Was halten Sie von Wettbewerbern wie Fab.com?

Das ist kein Wettbewerber für uns, weil es dort nicht um Marken geht.

Welche Rolle spielt mobile Commerce?

Allein in Deutschland macht Ventee Privee 18 Prozent des Umsatzes  mit seinen mobilen Applikationen. Mobile Commerce  ist Teil  des Lebens. Man muss dem Menschen die Wahl bieten. Der einzelne Kunde wird immer öfter unterschiedliche Wege nutzen. Die Zukunft gehört also dem Crossselling. Wir müssen den Kunden dabei unterstützen, einzukaufen, wann er will und wo er will.

In einem Joint Venture mit American Express wollen Sie seit November den US-Markt erobern. Wie ist das Geschäft angelaufen?

Gut. Aber das braucht natürlich seine Zeit. Wir sind im Grunde ein Start-up auf diesem Markt.

American Express-Kunden bekommen besondere Angebote. Wird es ähnliche Angebote womöglich auch in Europa geben?

Wir denken darüber nach. Aber so etwas braucht Zeit.

Im vergangenen Jahr haben Sie es mit TV-Werbung in Deutschland versucht. Wie geht es mit der Werbung weiter?

Wir planen gegenwärtig keine Werbemaßnahmen. Wir geben kein Geld dafür aus. Die beste Werbung ist die Qualität des Produkts und dass Sie ihren Freunden davon erzählen. 

Sie sind ständig in Medien präsent. Sehen Sie sich selbst als Testimonial für das Unternehmen?

Das Unternehmen ist mein Leben. Menschen mögen Entrepeneure. Viele Leute denken, ich sei ein sehr ungewöhnlicher Typ. Dabei bin ich im Grunde sehr konservativ. Ich mag langfristige Planung, ich mag Exzellenz in der Umsetzung, ich mag Marken und ich lege Wert auf Vertrauen. Das sind doch alles sehr klassische Tugenden. 

Zum Unternehmen: Den mehr als 15 Millionen Mitgliedern bietet Europas erfolgreichster Online-Shopping-Club Preinachlässe von 50 bis 70 Prozent für Mode, Reisen, Entertainment, Schmuck, Haushaltswaren, Spielwaren sowie Hightech. 2011 steigerte das Unternehmen den Bruttoumsatz um 11 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. 2011 hat Vente-privee.com 4350 Verkaufsaktionen gestartet – ein Plus von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 48 Millionen Produkte wurden so verkauft. Mit Rosedeal hat Vente-privee.com inzwischen auch vergünstigte Coupons im Angebot, die im stationären Einzelhandel oder in Form eines Gutscheincodes auf der jeweiligen Partner-Website eingelöst werden. Dieser Service soll 2012 in den acht europäischen Ländern, in denen das Shoppingportal vertreten ist, weiter ausgebaut werden

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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