
Jetzt will Gabriel gegen das Gericht vorgehen
Einen Tag nach dem Stopp der angestrebten Fusion Edeka/Kaiser's Tengelmann kommt immer mehr Bewegung in die Sache. Vor allem Minister Gabriel, der bisher große Verlierer in der Sache, sortiert sich zum Gegenangriff.
David WöllensteinRedakteurAngst in NRW
Vor allem die rund 4.000 Kaiser's-Mitarbeiter in Nordrhein-Westfalen fürchten jetzt um ihre Jobs in Folge der Gerichtsentscheidung. "Das war keine gute Entscheidung. Jetzt herrscht wieder völlige Ungewissheit. Das kann bis zur Zerschlagung und Einzelverwertung gehen", sagte der Kaiser's-Tengelmann-Betriebsratsvorsitzende in NRW, Rainer Schroers, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Nun komme alles darauf an, dass der Eigentümer Karl-Erivan Haub das Unternehmen weiterbestehen lasse und nicht zerschlage.
Tengelmann-Chef Haub hatte noch vor kurzem die "bitteren Verluste" von Kaiser's Tengelmann beklagt und mit einer Zerschlagung gedroht, falls die Fusion nicht bald umgesetzt werde. Die Handelskette hatte 2014 zweistellige Millionenverluste erwirtschaftet, die laut Branchenkreisen zum größeren Anteil in NRW anfallen, die Standorte in Berlin und Bayern gelten als erfolgreicher. Deshalb fürchten die Arbeitnehmervertreter vor allem um die noch rund 115 Filialen in Nordrhein-Westfalen.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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