
Karstadt: Die Zeit ohne Sanierungsvertrag fängt an
Bei Karstadt hat die die Zeit ohne gültigen Sanierungstarifvertrag begonnen. Der Essener Warenhauskonzern steht vor einem spürbaren Personalabbau.
David WöllensteinRedakteurMit dem Sanierungstarifvertrag, der ab dem 1. September 2012 nicht mehr gilt, hatten die rund 25.000 Beschäftigten jahrelang auf das Urlaubsgeld, einen Großteil des Weihnachtsgeldes und weitere tarifliche Leistungen verzichtet. Verdi beziffert den Entgeltverzicht auf knapp 150 Millionen Euro in drei Jahren. Der Karstadt-Sprecher sprach von rund 8 Prozent der Bezüge.
Erhöhte Personalkosten
Mit dem Verzicht auf das Geld hätten die Beschäftigten einen wichtigen Beitrag zur Sanierung geleistet. Ab sofort müssen sie wieder mehr bekommen. Für Karstadt fallen nun jährlich zusätzlich 50 Millionen Euro Personalkosten an.
Wegen des hohen Teilzeitanteils im Unternehmen befürchtet Verdi, dass mit dem Abbau von 2.000 Vollzeitstellen bis zu 3.000 Menschen ihre Jobs verlieren könnten.
Geschäftsführer Andrew Jennings meldete zuletzt, dass 30 Prozent seines strategischen Plans "Karstadt 2015" erreicht worden seien - und kündigte die Einführung neuer Modemarken und die Modernisierung weiterer Filialen an.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
Alle Beiträge