Kaufhof bekommt Schmähpreis "Plagiarius"

Kaufhof bekommt Schmähpreis "Plagiarius"

Diesmal hat es auch ein großes deutsches Handelsunternehmen erwischt: Kaufhof wurde mit einem Preis ausgezeichnet, den man ungern bekommt - für den Vertrieb gefälschter Ware.

Steffen GerthSteffen GerthRedakteur Der Handel und etailment
2 Min.· Aktualisiert am
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Diese Dreistigkeit hat der Verein "Aktion Plagiarius" nun mit dem 37. "Plagiarius"-Preis für Produkt- und Markenpiraterie verurteilt, der am Freitag zur Eröffnung der Konsumgütermesse "Ambiente" in Frankfurt vergeben wurde. Die Straßenlampen seien eine besonders skrupellose Nachbildung eines spanischen Originals.

Der zweite "Plagiarius" ging an Galeria Kaufhof: Der Warenhausbetreiber habe unter seiner Eigenmarke Porzellan-Geschirr nach britischem Design vertrieben, das im Original aus Portugal stamme.

Weitere Schmähpreise gab es etwa für einen in China gefälschten Kärcher-Fenstersauger oder für das in Dubai vertriebene Plagiat eines WMF-Eierbechers, wie die Jury mitteilte.

Ziel der Negativ-Auszeichnung sei, "die skrupellosen Geschäftspraktiken von Plagiatoren ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Industrie, Politik und Verbraucher für die Problematik zu sensibilisieren", betonte der Ulmer Designprofessor Rido Busse, Initiator der Aktion. Die Schäden seitens der Originalhersteller seien enorm, die Gefahren für Verbraucher ebenfalls.

Mitverantwortung des Handels angemahnt

Die Trophäe ist ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase, der die exorbitanten Gewinne symbolisieren soll, die die Produktpiraten auf Kosten innovativer Unternehmen erwirtschaften. Im Jahr 2011 haben europäische Zollbehörden an den EU-Außengrenzen mehr als 115 Millionen rechtsverletzende Artikel im Wert von 1,3 Milliarden Euro beschlagnahmt, teilte die "Aktion Plagiarius"  mit.

Das sei eine Zunahme im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent. Knapp drei Viertel der beschlagnahmten Waren seien auch 2011 von chinesischen Herstellern produziert worden.

Die Aktion Plagiarius mahnte abermals eine Mitverantwortung des Handels bei der Bekämpfung der Verbreitung von gefälschten Waren an. "Ein umfangreiches Produktsortiment rechtfertigt nicht die Vernachlässigung der Prüfpflichten beim Einkauf."

"Wenn der Handel sein gutes Image und das Vertrauen seiner Kunden nicht aufs Spiel setzen möchte, sollte er im ureigensten Interesse seinen Qualitätsansprüchen gerecht werden und Produktsortiment und Lieferketten sorgfältig prüfen", hieß es auf einer Pressemitteilung.

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Steffen Gerth
Geschrieben vonSteffen Gerth

Redakteur Der Handel und etailment

Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.

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