
KfW will Leasingmarkt fördern
Die staatliche Förderbank KfW sorgt sich um die Unternehmensfinanzierung. Mit einer Reihe von Maßnahmen will sie die Kreditversorgung sicherstellen. Auch Leasing könnte gefördert werden.
KfW vergibt Förderkredite im Volumen von 18,2 Milliarden Euro
Bislang hat die KfW in diesem Jahr Förderkredite in Höhe von insgesamt 18,21 Milliarden Euro an Unternehmen vergeben (Stand: 13. November). 4,3 Milliarden Euro davon stammten aus den Konjunkturpaketen der Bundesregierung. Insgesamt wurde laut Schröder ein Volumen von 15,2 Milliarden im Rahmen der KfW-Sonderkreditprogramme beantragt. Zwei Drittel der rund 3.450 Anträge seien bereits bearbeitet.
Um die Finanzierung der deutschen Wirtschaft in den nächsten Monaten zu gewährleisten, will die KfW eine Reihe von Maßnahmen ergreifen. Zum einen sind weitere so genannten Globaldarlehen für Banken geplant, um die Refinanzierung der Institute zu erleichtern. Ende Oktober sicherte sich etwa die Deutsche Bank im Rahmen eines solchen Globaldarlehens eine Milliarden Euro von der KfW, um diese Mittel als Unternehmenskredite weiter zu reichen.
Globaldarlehn erleichtern Refinanzierung
Weitere Vereinbarungen zu Globaldarlehen in einem Volumen von 1,6 Milliarden Euro werden noch in diesem Jahr unterzeichnet, berichtete Schröder, über eine Gesamtsumme von 2,4 Milliarden Euro stehe die Förderbank zudem in konkreten Verhandlungen mit verschiedenen Kreditinstituten.
Darüber hinaus ist es ein Ziel der KfW, den Markt für die Verbriefung von Unternehmenskrediten wieder zu beleben. "Der Verbriefungsmarkt wurde von einigen Banken in der Vergangenheit missbraucht. Auf Seiten der Investoren gibt es daher einen massiven Vertrauensschaden", sagte Schröder. Hier müsse überlegt werden, wie das Vertrauen zurück gewonnen werden könne.
Anschubfinanzierung für Verbriefungsmarkt
Der KfW-Chef begrüßte in diesem Zusammenhang die entsprechende Initiative des Bundesverbands der Deutschen Banken (BdB). Ein Prime-Segment, wie vom BdB geplant, könne das Vertrauen in Verbriefungen wieder herstellen. Dennoch zeigte sich Schröder skeptisch, ob sich ohne eine Anschubfinanzierung durch die KfW genügend Investoren finden und eine reelle Preisbildung in diesem Markt möglich ist.
In Bezug auf die staatlichen Förderkredite aus den beiden Konjunkturpaketen der Bundesregierung prüft die KfW, ob Änderungen bei den Vergabekriterien und im Genehmigungsverfahren sinnvoll sind, um mehr Unternehmen den Zugang zu den Finanzierungen zu ermöglichen. Schröder hob die Punkte Risikotoleranz, Haftungsfreistellung und Ratingmethodik hervor.
"Das Rating ist eine Betrachtung der Vergangenheit, eventuell sollte hier der Schwerpunkt nicht bei den aktuellen Daten liegen, sondern auf historischen Zahlen und einer perspektivischen Betrachtung", erläuterte Schröder. Letztlich entscheide allerdings das Bundeswirtschaftsministerium über die Verfahrensweisen im Sonderprogramm.
Leasingmarkt für KfW-Produkte öffnen
Als zusätzliche Maßnahme zur Gewährleistung der Unternehmensfinanzierung erwägt die KfW Bankengruppe weiterhin, auch auf dem Leasingmarkt aktiv zu werden. "Leasing ist eines der wichtigsten Finanzierungsinstrumente der mittelständischen Wirtschaft", betonte Schröder. "Wir führen daher Gespräche mit Leasinggesellschaften, um den Markt für KfW-Produkte zu öffnen".
Noch sei offen, ob dies durch Globaldarlehen, einzelne Kredite oder Verbriefungen geschehen soll. Kernproblem seien die flexiblen Laufzeiten von Leasingfinanzierungen, da die KfW bislang auf langfristige Investitionskredite spezialisiert sei, so Schröder.