
Kontogebühren und Strafzinsen
Die Sparkassen haben im Firmenkundengeschäft Rekorde eingefahren. Doch die Zinspolitik der EZB fordert ihren Preis: Unternehmern drohen Verwahrgebühren. Und das ist nicht alles.
Die neuen Rekordmarken täuschen jedoch nicht darüber hinweg, dass auch die Sparkassen unter der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) leiden. Zwar haben die derzeit 409 Filialen im vergangenen Jahr nach Steuern rund 2 Milliarden Euro verdient, so viel wie im Vorjahr. "Viele Beobachter hatten vermutet, dass Kunden ihre Einlagen tendenziell abziehen, doch das Gegenteil ist der Fall", sagte Fahrenschon. "Die Sparkassen haben angesichts schwierigster Marktbedingungen ein gutes Jahr hingelegt."
Strafgebühren für hohe Einlagen von Unternehmern
Doch der DSGV-Präsident bereitet die Kunden auf härtere Zeiten vor: Ein solch gutes Ergebnis lasse sich angesichts der "falschen Zinspolitik" nicht wiederholen. Die Sparkassen forcieren deshalb die Erschließung neuer Ertragsquellen, um der "sehr schwierigen Marktsituation" zu begegnen. "Die Zeiten von kostenlosen Girokonten sind vorbei", sagte Fahrenschon.
Zudem müssen sich gewerbliche Anleger darauf einstellen, dass sie "Verwahrgebühren" für hohe Einlagen bezahlen müssen. Bereits jetzt sind davon die Inhaber von rund 70 Konten bundesweit betroffen. Die EZB verlangt einen Strafzins von 0,4 Prozent von den Banken, wenn sie ihr Geld über Nacht bei der Zentralbank parken. Die "Verwahrgebühr" ist die Weitergabe dieses Strafzinses, wenn Unternehmen kurzfristig größere Summen bei ihrer Bank lagern. Auch andere Banken überlegen die Einführung einer solchen Gebühr oder wenden sie bereits an.
Die Sparkassen sparen
Weitere Maßnahmen: Das Provisionsgeschäft wird weiter forciert, dazu soll das Geschäftsstellennetz weiter umgebaut werden, die Zahl der Kleinstgeschäftsstellen soll weiter sinken. Zudem werden frei werdende Stellen nicht besetzt, wie bereits im vergangenen Jahr bei 6.400 Arbeitsplätzen geschehen.
Altersvorsorge in Gefahr
Fahrenschon warnte auch davor, dass die fehlenden Zinsen und Zinseszinsen vor allem die Altersversorgung der Deutschen verknappt. "Die wenigsten Betriebe haben ihre Pensionszusagen ausfinanziert", sagte er. "Die Geldpolitik der EZB hat für die vorhandene Vermögenssubstanz langfristig eine verheerende Wirkung. Sie belohnt die Schuldner und schädigt die Gläubiger."
Redakteurin
Marion Schalk, 37, ist Redakteurin bei Der Handel und etailment.de. Sie schreibt hauptsächlich über den Handel und das liebe Geld: Finanzierung, Payment, Geldanlage, Investionen, Unternehmensnachfolge. Regelmäßig berichtet sie auch über große und kleine Handelsunternehmen und deren Weg in die digitale Zukunft. Als leidenschaftliche Online-Shopperin kennt sie die kleinen und großen Fallstricke von Multi- oder Omnichannel-Konzepten - und weiß um den wichtigsten Aspekt: Der Kunde! Marion Schalk kam von WSJ.de: als Mitglied des Gründungsteams das digitale Wall Street Journal Deutschland auf den Weg gebracht. Davor war sie Redakteurin in der Wirtschaftsredaktion von T-Online, in den Anfangsjahren ihres Berufslebens arbeitete sie als PR-Beraterin bei Publicis und in der Pressestelle von T-Online International. Sie studierte Politikwissenschaft und Germanistik und schloss ihr Master Degree mit Auszeichnung ab. Sie finden die Autorin bei Twitter unter dem Namen @mschlk, bei LinkedIn und Xing. Telefon Nr. +069 7595 1695 E-Mail: schalk@derhandel.de
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