
Kreditkarte ist online verpönt – Paypal und Co auf dem Vormarsch
Bezahlen im Web könnte so einfach sein. Kreditkarte an die Webcam halten und fertig. So sehen es jedenfalls die Zukunftspläne von Jumio mit Netswipe. Die Karte genügt dann zur Bezahlung im Webshop. Deutschen Kunden könnte das zu technisch sein. Sie denken konservativer. Rund 37 Prozent (Vorjahr 40 Prozent) der Verbraucher bezahlen die Ware nach wie vor am liebsten erst nach dem Erhalt der Rechnung.
Deutschen Kunden könnte das zu technisch sein. Sie denken konservativer. Rund 37 Prozent (Vorjahr 40 Prozent) der Verbraucher bezahlen die Ware nach wie vor am liebsten erst nach dem Erhalt der Rechnung.
Elektronischen Bezahlsysteme wie ClickandBuy, giropay, PayPal und sofortüberweisung.de, so das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage vom Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) und die Creditreform Consumer GmbH, sind beinahe schon ähnlich beliebt. Sie machen bereits 36 Prozent (Vorjahr: 26 Prozent) im Zahlungsverkehr aus. Die Kreditkarte, auf die auch Jumio setzt wollen dagegen immer weniger Kunden einsetzen. Ihr Anteil sank von 15 auf 14 Prozent. Für Vorauskasse plädieren acht Prozent.
Bei der Untersuchung wurde auch in diesem Jahr wieder deutlich, dass gerade die jüngeren Einkäufer (bis 39 Jahre) am häufigsten die elektronischen Bezahldienste für sich wählen (38 Prozent). Für Verbraucher ab 40 Jahren und älter ist der Kauf auf Rechnung die relevanteste und am häufigsten genutzte Option (40 Prozent). Dennoch holt diese Altersgruppe langsam im Gebrauch elektronischer Zahlungsmittel auf (34 Prozent; Vorjahr: 25 Prozent).
Systeme wie Paypal sorgen dabei offenbar auch für spürbare Umsatzsteigerungen im Webshop. Das zeigt die Payment-Studie „Der Internet-Zahlungsverkehr aus Sicht der Händler“, für die das Kompetenzzentrum ECC Handel von September bis Dezember 2011 619 Mitarbeiter von Unternehmen sowie Selbstständigen befragte. Der Wert der durchschnittlichen Umsatzsteigerung bei der Nutzung von PayPal liegt demnach bei 18,7 Prozent. Der Kauf auf Rechnung kommt hier nur auf Werte von 12,7 Prozent, die Kreditkarte sorgt für 9,5 Prozent höhere Umsätze.
Denn sollte man die Kreditkarte nicht abschreiben. Jedenfalls nicht, wenn man der Logik des Geldes folgt. Jumio erhielt in einer Finanzierungsrunde soeben 25 Millionen Dollar von der Investorenrunde Andreessen Horowitz.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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