
Kursrutsch: Groupon verliert ein Viertel des Unternehmenswerts
Vor Wochen war das Rabattgutschein-Portal Groupon mit starken Kurszuwächsen an der Börse gestartet. Doch nun ist die Aktie jedoch im freien Fall.
David WöllensteinRedakteurAmerikanische Marktbeobachter spekulierten, dass möglicherweise sogenannte "Shortseller" ihre Finger im Spiel haben könnten, die in Erwartung sinkender Kurs geliehene Aktien auf den Markt werfen, um sie später noch günstiger zurückzukaufen.
Zweifel am Geschäftsmodell
Bei Groupon können Unternehmen Rabatt-Coupons für ihr Geschäft anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zugreift. Groupon behält eine Kommission, in der Regel rund die Hälfte des Gutschein-Werts.
In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Zweifel am Geschäftsmodell, weil die Firma auch bei schnell steigenden Umsätzen immer wieder hohe Verluste einfuhr.
Der Groupon-Börsengang am 4. November war noch als Triumph gefeiert worden. Trotz der anhaltenden Zweifel und einiger Pannen auf dem Weg aufs Parkett ging der Kurs zeitweise sogar um 50 Prozent auf 30 Dollar hoch. Gründer und frühe Investoren wurden dadurch - zumindest auf dem Papier - zu Milliardären.
Doch bereits im Vorfeld des Börsengangs sorgten rote Frimenzahlen, die Abkühlung der Märkte, Fehler des Unternehmens und Zweifel am Geschäftsmodell dafür, dass sich der Gang aufs Parkett immer weiter verzögerte und zeitweise sogar als gefährdet galt.
Auch musste sich Groupon von Traumbewertungen von bis zu 30 Milliarden Dollar verabschieden, die noch vor einigen Monaten durch die US-Presse geisterten.
Die Konkurrenz schläft nicht
Groupon erlöste mit dem Börsengang rund 700 Millionen Dollar (525 Millionen Euro). Der Börsenwert lag schon mit dem Ausgabepreis bei rund 12,6 Milliarden Dollar. Mit dem jüngsten Kurssturz bekommen wieder Skeptiker Oberwasser, die schon den Weg von Groupon an die Börse holperig fanden.
Einige Analysten erklärten in US-Medien den rapide absinkenden Kurs mit dem allgemeinen Zustand der amerikanischen Wirtschaft - und der Sorge, dass ein Unternehmen wie Groupon unter den ersten von einer Kaufzurückhaltung der Verbraucher leiden werde. Außerdem verwiesen sie auf wachsende Konkurrenz von Rivalen wie LivingSocial.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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