
Kurzarbeit frisst Lohnerhöhungen auf
Die Reallöhne deutscher Arbeitnehmer sind im vergangenen Jahr erneut gesunken. Eine der Hauptursachen für die Entwicklung war der Anstieg von Kurzarbeit, sagt das WSI. Die niedrigsten Lohnerhöhungen gab es im Handel.
Björn BöerChefredakteurReallohnverlust seit sechs Jahren
Am höchsten sei die Tarifsteigerung im Bereich Energie- und Wasserversorgung ausgefallen (4,1 Prozent), am niedrigsten war sie im Handel (1,4 Prozent). In Ostdeutschland lag die Erhöhung mit 3,0 Prozent höher als in Westdeutschland (2,6 Prozent).
Die Entwicklung der effektiven Bruttoeinkommen dagegen sei nicht so erfreulich gewesen: Sie seien nominal um 0,4 Prozent gesunken, preisbereinigt sogar um 0,8 Prozent. Damit sei 2009 das sechste Jahr in Folge, in dem die Beschäftigten effektive Reallohnverluste hinnehmen mussten. Als Hauptgründe nannte das WSI Kurzarbeit und Abstriche beim Entgelt, zum Beispiel durch die Nutzung von tariflichen Öffnungsklauseln.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
Alle Beiträge