
"Langfinger haben es schwer im Einzelhandel"
Noch immer leidet der Einzelhandel unter Ladendiebstählen, wenngleich die Zahl der Fälle leicht rückläufig ist. Die bandenmäßig organisierten Delikte haben allerdings stark zugenommen.
David WöllensteinRedakteurEinbruch des Jahres im KaDeWe
Ladendiebstähle würden dem Einzelhandel Schaden in Höhe von etwa zwei Milliarden Euro verursachen, klagte Genth. Zusammen mit den Kosten für Prävention müsste der Wirtschaftszweig jedes Jahr etwa drei Milliarden Euro für Ladendiebstähle aufwenden. Das seien knapp 0,8 Prozent des Jahresumsatzes des Einzelhandels.
"Mit Sorge beobachten wir, dass die besonders schweren Fälle des Ladendiebstahls 2009 weiter zugenommen haben", betonte der HDE-Chef. Die Zahl dieser qualifizierten Diebstähle sei um 14 Prozent von 9.683 erfassten Fällen im Jahr 2008 auf 11.037 angezeigte Delikte im vergangenen Jahr angestiegen.
Bei solchen schweren Ladendiebstählen handele es sich oft um bestellte Diebstähle, die von Banden verübt werden. Sie würden erheblichen Schaden verursachen und vielfach auch die Mitarbeiter in den Geschäften gefährden.
Der aufsehenerregendste Ladendiebstahl im Jahr 2009 betraf das Berliner KaDeWe und gehört offensichtlich in die Rubrik Bandenkriminalität. Am 25. Januar sind in der dortigen Filiale des Juweliers Christ Uhren und Schuck im Wert von mehreren Millionen Euro gestohlen worden. Eine Aufklärung des Falles steht immer noch aus.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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