Logistik: Ressourcen und Service neu denken

Logistik: Ressourcen und Service neu denken

Es ist keine Beruhigungspille, die Otto-Boss Hans-Otto Schrader in der Wirtschaftswoche verteilte. Er glaubt, dass man "die vielen stationären Händler auch noch nicht abschreiben darf. Dort sind noch enorme Ressourcen vorhanden, um gegen Angebote aus dem Netz zu punkten". Dabei sollten die Händler aber nicht allein auf Beratung setzen. Denn lokalen Händlern bieten sich gerade entlang der Logistikkette neue Optionen.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Dabei sollten die Händler aber nicht allein auf Beratung setzen. Denn lokalen Händlern bieten sich gerade entlang der Logistikkette neue Optionen.

Das Rennen um die richtige Lösung bei Same Day Delivery ist längst eröffnet. Anbieter wie Tiramizoo, die mit Lodenfrey, Thalia, Galeria Kaufhof, Hugendubel und Notebooksbilliger.de in München mit superschneller Belieferung unter anderem gegen Amazon mit seinem Evening-Express  antreten, bieten  einen Hebel lokale Kunden aus dem Netz am Geschäft zu halten.

Ein kurzfristiger Umsatztreiber ist das nicht. Aber eine Lösung, Stammkunden nicht ans Web zu verlieren.  Jenseits der Bringdienste könnte vor allem Click &  Collect ein Umsatzhebel werden, wenn es gelingt Online-Kunden bei der Abholung zu Mehrumsatz zu bewegen. Media-Saturn beziffert die Pick-up-Rate bei seinem Abhol-Konzept mit rund 40 Prozent und deutet auch Mehrumsatz in den Filialen durch das Konzept an. 

Schwerpunkt Logistik: etailment wird sich dem Thema in diesem Monat verstärkt widmen

Es geht also nicht nur um Schnelligkeit, sondern auch um Flexibilität. Livetracking in Echtzeit, Angebote, die es dem Kunden schon bei Auftragsvergabe ermöglichen, anzugeben, was er bis wann und vor allem wohin bekommen möchte, könnten zu einem Wettbewerbsvorteil werden.

Kunden als Paketfahrer?

Es lohnt sich dafür womöglich, bestehende Denkpfade zu verlassen. 

Wal-Mart spielt mit dem Gedanken, seine Kunden zu Paketfahrern zu machen. Wer dann anderen Kunden eine Bestellungen mitnimmt, der erhält Rabatt. Das bringt einen Rattenschwanz an rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen mit sich. Aber in ein bis zwei Jahren hält Wal-Mart ein derartiges System für möglich.

Wenn es um Flexibilität geht, dann geht es auch um mehr und besseren Service. Same Day Service nennt das bvh-Vordenker Martin-Groß Albenhausen. Schnellere und bessere Lösungen entlang der Fulfillment-Kette. Gutscheine für die Änderungsschneiderer für Hochtretournier regt Albenhausen da als Beispiel an.  Das aber verlangt gerade auch vom stationären Handel eine noch bessere Kenntnis seines Kunden und seiner Bestelldaten, verlangt genaueren Umgang mit Big Data - erst recht wenn ein Webshop dazu gehört.

Daten, die interpretiert und in Handlungen umgesetzt werden müssen. Das verlangt, dass die Händler dann auch Services und Prozesse neu denken. Und sei es, dass zunächst abstrus wirkende Ideen wie die der Wal-Mart-Kunden als Logistik-Dienstleister dabei heraus kommen. 

Mit mehreren Beiträgen pro Woche richtet etailment ab sofort einen ganzen Monat lang detailliert das Augenmerk auf eine relevante Rubrik im Bereich E-Commerce. In diesem Monat: Logistik. Zusammengefasst im e-map whitepaper stehen die Beiträge am Ende des Monats kostenlos als Download  zur Verfügung.

photo credit: alles-schlumpf via photopin cc

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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