
Umsatzfaktor Bild: Vier Tipps für das perfekte Produktfoto
Produktfotos spielen eine entscheidende Rolle bei der Kaufentscheidung. Dabei gilt: Qualität geht vor Quantität. Doch was genau macht das perfekte Produktfoto aus? Und welche Fehler sollte man bei der Produktfotografie vermeiden? Diesen Fragen widmet sich Oliver Wanderscheck von der Orbitvu GmbH in einem Gastbeitrag.
Das ist vor dem Shoot zu beachten
Das Produkt ist der Star. Für das perfekte Erscheinungsbild sollte deshalb jeder noch so kleine Makel und auch das letzte Staubkorn am Objekt entfernt werden. Neben der Kamera und ihrer Linse entscheidet vor allem das Licht-Equipment über den Erfolg der Fotosession. Für eine Produktfotografie, die den Ansprüchen des modernen E-Commerce genügen will, führt kaum ein Weg an einer fachgerechten Studiobeleuchtung vorbei.
Für die Belichtung des Artikels von vorne eignen sich Ringlichter, während die Seiten etwa mit dem sanfteren Licht einer Softbox aufgehellt werden können und Schattenwurf verhindert wird. Intensives und konzentriertes Licht auf einzelne Stellen kann besondere Produktdetails in Szene setzen. Hier ist bewusstes Ausprobieren gefragt. Zum Beispiel bei glänzenden Oberflächen, auf denen sich schnell mal die unerwünschte Reflektion der Studiolampe einschleichen kann.
Böse Überraschungen vermeiden
Der Wert detaillierter, hochauflösender Aufnahmen beschränkt sich nicht auf einzelne Kategorien wie filigrane Elektroartikel oder hochwertigen Schmuck. Auch in anderen Produktsparten vertrauen Verbraucher vor allem auf Anbieter, die ihre Produkte detailgetreu und aus allen Winkeln abbilden. Untersuchungen von Shopify zeigen, dass 3-D- und 360-Grad-Ansichten die Konversionsrate um bis zu 250% steigern.
In eine ähnliche Richtung deuten die Ergebnisse einer Umfrage des Forbes-Magazins, nach der die Hälfte der Befragten große, hochauflösende Bilder für wichtiger als jede Produktbeschreibung oder sogar die Review-Statistiken erachtet.Auch auf den ersten Blick vermeintlich unscheinbare Details sollten im Zoom vergrößerbar sein, um bösen Überraschungen für den Verbraucher vorzubeugen. Das setzt eine hohe Schärfentiefe voraus, für die die Blende der Kamera eher geschlossen gehalten werden sollte.
Weil mit der Hochauflösung auch die Dateigröße wächst, läuft man nicht selten Gefahr, Shopbesucher mit übermäßigen Ladezeiten zu verschrecken. Abhilfe schafft das WebP-Format, mit dem sich die Bilddatei um bis zu 30% komprimieren lässt.
Beim Hintergrund gilt: Klarheit vor Vielfalt
Ein starkes Produktfoto ist einprägsam und lenkt den Blick aufs Wesentliche. Klassisch und häufig die beste Wahl ist deshalb ein weißer oder jedenfalls einfarbiger Hintergrund, der nicht vom Produkt ablenkt. Sofern vom Marktplatz zugelassen, kann man dennoch mit einzelnen Elementen im Hintergrund („Props“) experimentieren, um den Kontext der Anwendung und Stimmungen gleich visuell mitzuliefern.Die Erfahrung zeigt, dass auch der Mix aus schlichten, produktzentrierten Fotos und etwas lebhafteren Bildern aus der natürlichen Umgebung des Artikels den Kaufimpuls bei Konsumenten wecken kann. Im Zweifel gilt jedoch für Produktpositionierung, Hintergrundgestaltung und Nachbearbeitung: Keep it simple! Einheitlichkeit in Stil und Aufnahmetechnik vermitteln Klarheit und ein harmonisches Gesamtbild. Beides erhöht regelmäßig die Verweildauer im Onlineshop.
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Gastautor
Oliver Wanderscheck ist General Manager der Orbitvu GmbH, Anbieter von automatisierter Produktfotografie. Nach seinem Studium gründete er erfolgreich ein eigenes Unternehmen und sammelte wertvolle Erfahrungen als Director Marketing und Director Business Development in verschiedenen Firmen. Seit zehn Jahren leitet Wanderscheck die Orbitvu GmbH, die er von Grund auf aufgebaut hat.
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