
Wie Händler mit Podcasts ihre Marke stärken
Wer als Händler auf Podcasts setzt, macht sein Angebot mit relevanten Inhalten und spannenden Einsichten erlebbar – bestenfalls ganz ohne Eigenwerbung, meint Saskia da Costa Zuzarte, Consultant Digital Communications bei OSK. In diesem Gastbeitrag sagt sie, was beim Format Podcast zu beachten ist.
Audioformate stellen Nähe her
Angesichts dieser Entwicklung wird E-Commerce immer wichtiger. Aber wie können digitale Verkaufskanäle einen der wichtigsten Ansprüche von Konsumenten erfüllen, der den stationären bzw. Multichannel-Handel seit jeher ausmacht – der Dialog mit der Marke bzw. den Menschen dahinter?
Eine vielversprechende Antwort sind Corporate Podcasts – und die werden immer beliebter: In einer aktuellen Umfrage gibt jeder dritte Podcast-Hörer an, Branded Content zu konsumieren. Das ist nachvollziehbar, denn die Audioformate vermitteln Nähe, bieten hochwertige Informationen und können die Bindung zwischen Händlern und (potenziellen) Kunden dank spannender Geschichten nachhaltig stärken.
Beispiel Zalando
Der E-Commerce-Gigant Zalando beispielsweise setzt auf Podcasts, um seine Position als zukunftsweisendes und kreatives Unternehmen zu unterstreichen: Jede zweite Woche widmet sich „Pieces of Me – Inside Zalando” Geschichten rund um die Themen Innovation und Karriere.
In jeder Folge lädt Moderatorin Janine Matos einen Gast dazu ein, drei persönliche Objekte mitzubringen, die symbolisch für seinen oder ihren Werdegang im Fashion- und Tech-Einzelhandel steht. Die 20-minütigen Folgen sind ideal in den eigenen Alltag integrierbar, die behandelten Trends und Geschichten eng an die mode-affine Zielgruppe angelehnt. Gleichzeitig nutzt Zalando die Gelegenheit, sein Employer-Branding zu stärken, indem das Unternehmen regelmäßig Mitarbeiter als Gäste einbindet.
XXXLutz setzt auf "Vodcasts"
Auch XXXLutz produziert seit August 2022 einen Podcast: Bei „Auf dem Sofa“ kommen nicht nur Mitarbeiter des Möbelanbieters zu Wort, sondern auch Gäste aus benachbarten Branchen. Diese Vielfalt sorgt für zusätzliche Reichweite und ermöglicht es XXXLutz gleichzeitig, das eigene Business-Netzwerk kontinuierlich auszubauen. Seit März 2023 erscheint das Format auch als Video-Podcast („Vodcast“). Die zusätzliche visuelle Ebene stärkt das für Interview-Podcasts charakteristische Gefühl der Hörer, selbst beim Gespräch dabei zu sein, zusätzlich – und damit auch die Bindung zu Moderatorin, Gästen und der Marke Zalando.
Dass der Welt des Handels die Themenfelder nicht ausgehen, beweisen auch Snocks-Gründer Johannes Kliesch und Snocksulting-Geschäftsführerin Romy Riffel: In ihrem Podcast „E-Commerce, Why Not?!” diskutiert das Duo jede Woche aktuelle E-Commerce-Themen, teilt sein Wissen zu Handelsthemen und spricht über die Snocks-Erfolgsstory, persönliche Motivationen und bewältigte Herausforderungen.
Vier Kriterien für erfolgreiche Podcasts
Die Beispiele zeigen:
1. Kurzweilige Podcasts kommen an.
Je mehr Podcasts auf den Markt kommen, desto eher überzeugen kurzweilige Angebote – schließlich ist die Zeit der Hörer knapp bemessen. Generell gilt: Qualität vor Quantität. Im Zweifel lieber weniger, aber dafür hochwertigere Episoden veröffentlichen.
2. Ein Podcast ist nur so spannend wie seine Protagonisten.
Für gutes, unterhaltsames Storytelling müssen Händler ihre Botschaften und Gäste ganz auf die besonderen Anforderungen eines Audioformats zuschneiden. Gerade bei Interview-Podcasts empfiehlt es sich daher, Menschen einzuladen, die besonders für die eigene Zielgruppe interessant sind. Im Anschluss sollte das Produktionsteam sicherstellen, dass jede Partei möglichst gleiche Redeanteile erhält und die Gespräche authentisch und lebensnah wirken – gerade in natürlichen Gesprächspausen entwickeln viele Gäste ihre wirklich interessanten Gedanken. Wer dann noch Gäste für sich gewinnt, die dank ihrer digitalen Reichweite nochmals mehr Menschen aus der anvisierten Zielgruppe erreichen, erhöht die Chance auf einen reichweitenstarken Podcast zusätzlich.
3. Direkte Werbung besser nicht in den Podcast einbinden.
Gute Corporate-Podcasts glänzen durch spannende Geschichten, exklusive Insights und außergewöhnliche Gäste. Sie stärken die Marke hinter den Episoden und binden Kunden – im Gegensatz zu strategischen „Audio-Werbeblocks“. Um ihren Absatz aktiv zu beflügeln, sollten Händler daher andere Kanäle wählen – oder die thematisch passenden Produkte auf der Podcast-Landingpage querverlinken.
4. Vodcasts heben Podcasts auf die nächste Stufe.
Das Format Audio besticht durch die besondere Nähe zwischen Inhalt und Hörer. Die Kombination mit der dazu passenden Videospur liefert jedoch das Sahnehäubchen: Bieten Händler nicht nur den Ohren, sondern auch den Augen interessante Anreize, haben ihre Podcasts noch höheren Mehrwert. Wer von uns würde schließlich „nein“ sagen, wenn wir auch die Mimik des sympathischen Moderators oder die vielsagenden Augenbewegungen der Gäste mitverfolgen könnten? Zudem ermöglichen Vodcasts Hörern exklusive Blicke hinter die Kulissen des Podcasts.
Fazit
Gerade in Zeiten des Umbruchs im Retail-Sektor sollten sich Handelsunternehmen fragen, wie sie neuartige Content-Formate für sich nutzen können, um Aufmerksamkeit zu gewinnen, ihre Marke zu stärken und die Beziehung mit ihren Kunden zu intensivieren. Hier bieten Podcasts enorme Chancen, auf kreative Weise Expertise zu demonstrieren, näher an die Lebenswirklichkeit der Zielgruppe zu kommen und als Marke die Ohren, Herzen und Kaufkraft der Zuhörer zu gewinnen.
Gastautorin
Saskia da Costa Zuzarte arbeitet als Consultant Digital Communications bei Oliver Schrott Kommunikation (OSK). Mit der neuen Podcast-Unit OSK Waves entwickeln sie und ihre Kollegen auditive Storytelling-Strategien für nationale sowie internationale Kunden.
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